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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 7 · p. Seite 279

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1856-01-01
Page
Seite 279 (sequence 2)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 279 <^ct'icto lehrten und aussübrten, feilte (vin^obitn^ des Meisters gewesen sein; obgleich uiizäblige Stellen aus seinen Tchristeu sowie sein ganzes Leben das Gegeutheil beweisen. ׳ .Mendelssohns ganzes Streben war nicht auf Umsturz, sondern auf Erhaltung der Religiousgesetze gerichtet; daß diese in ihren! leiste ersaßt, nicht als eitles Zonnwerk ohne Sinn und Berständniß geübt würden, sondern — wie die echtfrommen Männer aller Zeiten von den Propheten bis am Moses Isserles stets lehrten — das Gemüth für das Göttliche und Heilige erwärmen und beleben, die Liebe zu Gott und die Opsersähigkeit in um erhöhen sollen, daß ferner ganz Israel durch innere Redlichkeit u nd :Ik echt schaffen heit sich anSzejchne, nicht aber dltrch Ahslirdidäten llnd Mißbräuche -- welche durchaus nicht in der Religion begründet sind dem Hohne und der Verspottung sich preisgebe und endlich Gottes Heiligung aus Erden wirklich gefördert werde, dahin ging das Ziel und Augenmerk jenes edlen Weisen! — Diese hier ausgesprochene Ueberzeuguug von der Gesinnung und Tendenz Mendelssohns, die uns längst durchdringt/ wird in der vorliegenden Schrift (deren Verfasser uns gänzlich unhesannt ist), ans sehr eingängliche Weise auSeinandergesetu. Obgleich Darstellung der Philosophie Mendelssohns in! Perhältuiß zu Spinoza. Leibnch und Wolf, sowie in Hinblick zu Lesung das Hauptthema des Buches ist, so betrachtet doch dcr Vers, mit Riecht Mendelssohns S tellung zum Iudcnthmu, den Einfluß, ׳den er ans Sitte, Erziehung und Lebensweise seiner Glaubensgenossen übte, als den Angelpunkt seiner ganzen Wirksamkeit. Bon diesem Gesichtspunkte ausgehend kommt der Vers, auf die äußeren Schicksale und den inneren Eulturzustand der Juden, zur Zeit als Mendelssohn austrat, mehrfach zurück. Anziehend ist die Schilderung der Leiden und Bedrückungen, denen die Inden damals noch ausgeseht waren, so daß in ,dieser Beziehung ״das Jahr 1721) mit dem Jahre 1429 als identisch zu betrachten sei". Treffend skizzirt auch der Vers. (S. INO 11. f.) den Zustand der Verkommenheit, worin das Rabbiüenthum damals versunken war; wahrlich eine schöne Warnung für künftige Zeiten! Doch möchten wir den Sap, daß jene Zeit ״wahre Gotteserkenntnifi, wahre Gottesfurcht, innere Menschenliebe nicht kannte" ($. 102), durchaus nicht unterschreiben; hier gehet der Verfasser offenbar zu weit.- War auch die große Mehrheit in Werkheiligkeit befangen, so gab es doch immer wohl in jeder Gemeinde noch Männer, die nach ihrer Weise von höherer Religiosität durchdrungen waren und sie im Leben übten. — Der erste Abschnitt (S. 3 — 43) verbreitet sich über M.'s Erziehung, gibt interessante Notizen über sein Verhältnis zur Berliner Akademie, zu Abbt, Lessing u. s. w., über die

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