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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 7 · p. Seite 254

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 7
Article
Salomon Molcho und David Reubeni
Date
1856-01-01
Page
Seite 254 (sequence 14)
Language
German
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254 Solomon Molcko und David Nöiibeni. dem Grnnde, weil die 2lerne nadi 'Jlusfa^e seines Astrologen denisell'en ungünstig schienen ׳>. Clemens \ II. war, wenn auch mnrhiger nnd energischer als sein Nachfolger, doch iljchc minder gebannt i» den fesseln der Astrologie. Kaiser Karl hielt sich einen Astrologen Gaurieo, der ihm die günstige nnd ungünstige Zeit für llnternebninngen anzugeben hatte. Dassel he war Lalomon Molche für den Papst, gewissermaßen sein Hofastrolog, der ihm den Portheil bot, das; er ihn nicht zn besolden brauchte. Nach der Ansicht jener Zeit konnte ein Astrolog nicht deiii ersten Besten die Konstellation stellen, sondern nur derjenigen Person, $1t welcher er in einem svmpathetischen Rapport stand. Daher die besondere Vorliebe der Fürsten für ihre Astrologen. Das intime Verhältnis; zwischen de!» Haupte der (Christenheit und einem Apostaten des Elnistenthums war indessen $11 auffallend, als das; es nicht Anstos; halte erregen sollen, Clemens hatte Feinde nicht blos am kaiserlichen Hofe, sondern auch im Conelave; die Kardinale von einer strengern religiösen Richtung oerdammten die Toleranz des Papstes gegen einen Abtrünnigen, welcher das Jndentbnm nicht blos bekannte, sonder» es öffentlich predigte. Diese intolerante Partei stachelte Molcho's erbiiterster Feind, Jacob Mantin, gegen denselben ans. Dieser Rachsüchtige begab sich eigens $11 dem Zwecke nach Rom, die Verfolgung dessen, den er ohne Grund basste, zn betreiben. Cr klagte Molcho zuerst bei dem portugiesischen Gesandten an, das; er, ein ehemaliger Christ ans Portugal, frei in Rom einherwaudele; da ihm aber der Gesandte kein Gehör schenkte, wendete sich Mantin mit derselben Anklage an die Jngnisition, brachte Zeugen ans Portugal auf, die aussagten, dasi Salomon Molcho früher als Christ in Portugal gelebt, und bewirkte, dasi der Angeklagte vor die Congregation geladen wurde. Molcho legre hierauf dem Jngnisilionsgericht seinen vom Papste erhaltenen Freibrief vor nnd glaubte, daraus gestützt, nnbelästigt zu bleiben; allein die Richter rissen ihn ihm ans den Händen, begaben sich damit zum Papste nnd hielten ihm das Ungebührliche vor, daß er einen Verhöhner des EhristenrhninS schütze. Clemens crwiederte, er brauche Molcho zu einem geheimen Zwecke und wünsche, daß man ihn unbehelligt lasse. Als die Jngnisition von der Anklage abstehcn wollte, brachte Mantin neue Punkte gegen ihn aus. Er wußte sich den 5) Vgl.;Hauff, Römische Päpste i 'li'i.

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