Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Salomon Molcho und David Reubeni
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
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Salomvn Molch» unk David SJieul'ciii. '24 7 Alerander VI. bis auf ElemenS VII. Schuft gewährt butte», ängstlich geiveien sein, in das dem Schwärmer bevorstehende Schicksal verwickelt zu werde». Mulch» fand daher in 'Ancona eben so gut Feinde wie Berebrcr, und die Erstercn beeilten sich, ibn »»schädlich »1 machen, ehe seine Schwärmerei nachtbeilige Folgen nach sich sichen konnte. Sie klagten ihn daher bei einem Cardinal a», daß er das Ehristentbnm anfgegeben und zun! Indenthum zuriickgekehrt war, woraus er vor da» geistliche Gericht geladen wurde. Er scheute sich nicht die Tbatsache einzngesleben und sagte auch, er sei wieder Jude geworden, weil er überzeugt sei, daß die Lehre des Indenthum» die Wahrheit sei. Anhaben konnte, ihm der Kardinal nicht»; denn »och bestand Religivnsfreibeit im Kirchenstaate, selbst für die zurückgekebrten Maranne», und der edle Papst Elemens VII. war nicht der Mann, sie auszuhebe» oder auch nur illnsorisch zu machen. Der Kardinal entlieft ihn daher ungefährdet, schärfte ihm aber ein, daß er sich nicht bei» kommen lassen möchte, gegen da» Ebristenthnm zu predigen''!. Dennoch unterlieft er es nicht, so oft er darauf kam, gegen da» Ebristenthnm zu pvlemisire». Die Svnagoge» von Ancona füllten sich stets mit Zuhörern von Inden und Ehristen, selbst von höher» Ständen, so begeistert und binrciftend sprach der Schwärmer. Er hielt sogar mit einem hoben Geistlichen eine Religionsdisputation unter freiem Himmel, in Gegenwart einer groftcn Volksmenge. Sein Wesen übte einen solchen Zauber aus, das; der Herzog von Urbino, Francesco Maria della silcvere, ihn mit sich nach seinem Lande brachte und ihm ein Aust in Pesareo einräumte Seine Gemüthsbcwegnng lieft ihn aber nicht lange in Pesareo weilen, er brannte vor Ungeduld nach Rom zu reisen und dort Anstalten für die Ankunft des Messias zu treffen. Was er eigentlich beginnen wollte, davon hatte er selbst keine klare Vorstellung, er erwartete aber höhere Eingebung, die, wie er glaubte, nicht an»- bleiben werde. Mit Zurücklassung seiner Dienerschaft machte er sich zu Roß nach Rom auf und traf im Februar (1530) daselbst ein. Beim Anblick der ewigen Stadt, die ihm gleich Lutber als der Sitz des Antichrist erschien, übermannten ihn seine Gefühle und er verfiel in ein inbrünstiges Gebet, in welchem er um die V Sendschreiben bei Joseph Cohen S. bist. 1) D-s.