Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829199--02955-2854490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
230 Necensionen und Anzeigen. ein in einem heiligen Schrein aufbcnubttcv Schatz, den oucf) die äußere Hülle belr und ehrwürdig für das ganze Leben macht. Doch stellt sich, so sehr gewünscht werden muß das; der männlichen Jugend die Schrift in ihrer Unmittelbarkeit als eigentliche Quelle an die Hand gegeben werde, für die weibliche Jugend, der das Studium der hebr. Sprache nicht zugemutbct werden kann, das Bedürfnist eines ihr angemcjfcucn Lehrbuches der h. Geschichte dringend heraus, und für manche spatere den Uebergang zur jüd. Geschichte bildende Partien ist auch für Knaben cn\c solche AuS hülfe nicht unwillkommen. (5׳s kann daher nur mit Anerkennung das Streben der Neuzeit auf diesen! Gebiete gedacht werden, und die Arbeiten eines Büdinger, Eobn und Dünkelsbühl u. A. haben allgemein die ihnen gebührende Würdigung gefunden. Wir freuen uns, auch der vorliegenden Schrift Lob zollen zu können und in ihr eine Seite zu finde!,, die sie zu einen! selbststandigen, neben jenen früheren Schriften nicht entbehrlichen! Product macht. In jenen Lehrbüchern ist die heil. Geschichte objectcv, als dem Kinde Gegenüberstehendes gehalten, ihm tritt zwischen ihn! und der Schrift der Lehrer als Medium, cs fühlt es lerne, sein Lehrbuch fei ein eingerichtetes Lehrbuch. Selbst die den verschiedenen Abschnitten je angebangten Verse und rclig. moralischen Nutzanwendungen vermehren, so unvestritten ihr Werth ist, diese Objeetivität und machen jene Schriften u!ebr zu einem Handbuch für Lehrende als für Lernende. Herr Wolf bat einen andecn Weg eingeschlagen: er laßt die Schrift selbst zum Kinde reden, dem Kinde tritt in diesen einfachen, den! Urtexte mit sorgfältiger Treue augepastten Erzählungen die b. Schrift selbst gegenüber. Die relig. und moral. Lehren hat der Verf. an vielen Stellen fein den! Texte einzuweben gewußt, und hierdurch das Störende der angehängten Betrachtungen glücklich beseitigt. Natürlich wird darauf gerechnet, der Lehrer werde die lüngeworfenen kurzen Winke begreifen und sie weiter verarbeiten. So I S. 2 bei der Schöpfung der Frau: ״So schön aber auch der Aufenthaltsort Adams war, so sehr er Alles anfS Vorzüglichste bestellt fand, so war er doch nicht glücklich. Gr war allein, kein Mensch nahm Tbeil an seinen Freuden, an seinem Glücke." S. 3 Kain und Abel: ״Da es bei den Gaben die wir bringen zumeist daraus ankommt. ob wir sie mit frommem Sinne bringen, so wendete sich Gott ff." S. 40. Die Erscheinung im Dornbusch: ״Unwillkürlich wurde er durch diese Erscheinung an sein Volk erinnert. Von seinen Feinden hart gedrängt, hielt es sich doch immer aufrecht. Die grausamsten Mittel wurden angewendet, um dasselbe zu vermindern, und doch wurde es immer zahlreicher" Bgl. auch S. 54 Aarons Hinge-