Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829198--02903-2854423- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
192 üRccenfiom'n und Anzeigen. Daselbst letzte Zeile ist von mündlicher Lebre die Rede, ohne daß vorder und nachher des l^egensatzes schriftlicher Lebre erwähnt wird. Zu S. 13. Der aus Pred. 0, 10 angeführte Tbeil des Verses ist in Nückfickt auf die andere Hälfte nicht reckt passend. Zu S. 14. ״Wir wollen so handeln gegen unsere Nebenmenschen, wie wir wollen, daß man uns selber behandle." Hier fehlt weiter nichts, als die Quellenangabe Lncas 6, M1. Iüdlsck lautet der Sprnckn Was dir zuwider ist, das rbue deinem freunde nicht. Das ist etwas Anderes, und wie uns dünkt auch etwas Besseres. Zn S. 18 will uns nickt einleuchten, daß das Gebet eine Ceremonialvorschr'ist sei. Beten zu Gott ist Gottanbetung, Gottes- Verehrung, keine symbolische Handlung, kein Mittel zum Zweck (vgl. S. 24), sondern Selbstzweck, Bedursniß des Herzens. Auffallend ist, daß der Verfasser neben dieser Ceremonial Vorschrift (!) nur noch die Festtage zu setzen weiß׳, befremdend, daß mit Labbat, das Fest der ungesäuerten Brode u. s. w. das Purim-, O'banuka- und T.rauerfest (!) am neunten Ab, eine Kategorie bilden׳, wahrhaft unwürdig aber die rationalistische Ängstlichkeit, schon in dieser kleinen bomöopatiscken Dosis dem Ceremonialgebotc zuviel eingeräumt zu haben, daher noch (S. 24) dem Konfirmanden eiugesckärft wird, daß wenn das Ceremonialgesetz in Widerstreit mit einer anderen heiligen Pflicht gerätb, deren Uebnng unterlassen bleiben soll. Man erkennt ungefähr hieraus, welche etwaige Lücken durch den Eonfirmandenuuterrickt auSgesüllt werden sollen. Hinsicktlich der angeführten Bibelstellen ist zu bemerken, daß manche nicht schlagend, manche dem einfachen Sinne nach nickt in der Schrift fick finden (vgl. S. 24 aus 2. M. 31, 14). Der Vers, fugt freilich hinzu ״vgl. Ioma 85l>"; allein hierauf kann fick der Confirmand nicht einlassen. Auch ist genug befremdend, daß der Vers, gerade hier seine Zuflucht zum Talmud genommen, sonst aber durchgehendkeinen der so vielen trefflichen talm. Sprüche erwähnt. 12. Liturgische Zeitschrift von H. Ehrlich. Meiningen 1855. Der Inhalt der bis jetzt erschienenen 12 Hefte bekundet ein eifriges und tüchtiges Streben nach einem höheren Ziele. Der Herausgeber, Herr Ehrlich in Berkach, hat es sich jur Aufgabe gemacht, zur Veredlung des Gottesdienstes nach Kräften beizutragen; es haben mehrere Derufsgenossen sich mit ihm vereinigt, und die liturgische Zeitschrift bringt in fortgesetzten Heften zum Theile schätzenswerthe Abhandlungen