Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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190 SRcccnfuMicn und Anzeigen. thnmS in Lebre und Leben vollständig beibriugcn sollte; wenn diese eigentliche Aufgabe des Sel׳ul-ReligionSunterrichtes wie in einer Posse, erst in der lebten Scene des letzten Actes gelost werden sollte. Dann wäre wabrlieb der ganze (?.onsirmalldenunterricbt mit der ihn besehliesrenden öffentlichen (>onfirmationsfestivitat nichts als ein S p ec takcl stück, aufgefnbrt mit extra dazu gemalten Decorationen und neu eingelegten Couplets, und ausstasfirt mit tbränen- und saldungSreichen Prologen und Opilogen, aber trotz all dieser Künste ebne bleibende und segensreiche Wirkung l,nd Naebbaltigkeit. Os wäre nichts, als ein öffentliches Examen gleich andern Sebuleraurinibus, nur etwas geräuschvoller und wobl auch kostspieliger, welches bevorstebend den zu Prüfenden mit einem l^efüble von Bangigkeit, nnd zurückgelegt mit der Befriedigung darüber hinweg zu sein erfüllt. Der Oousirmand hat dann im besten Falle sein Examen gut bestanden, aber das Examen bat in!bin keinen Bestand. Der Oonnrmandennnterricht bat nach unserer "Ansicht den Zweck, die ans dem mebrjabrigen in der Sebule genossenen Religionsunterrichte gewonnenen Kenntnisse vo,l jüdischer Lehre und jüdischem Leben, die sich wie Sonnenstrahlen über das ganze Wese,: des lindes, über sein Denken, Fühlen, Empfinden nnd Abneu ergießen sollen, am Schluffe dieses Unterrichtes wie in einen; Brennpunkte wieder zu sammeln, das; sie zu einer Leuchte ,verde dem nun ins Leben Tretenden auf seinem Lebenswege. Was den Knaben und Mädchen während ihrer ganzen Kindbeit und Schulzeit nach und nach in gleichen, Schritte mit ihrer wachsenden AuffaffuugSkrast von unserer Religion mitgetbeilt und eingeprägt worden, das soll denselben in dem Eonsinuandeunl,Errichte in seiner (Ganzheit und systematisch nochmals gezeigt und gegeben werden. Das durch den andauernden Religionsunterricht mit dem Wesen des Kindes eng Verwachsene, das werde gewissermaßen von seiner Lubjectivität gelöst und u!ebr objectiv ibm gegenübergestellt; aber eben nur dieses, nichts Neues, nichts Anderes. Denn das bleibt ibm freiud, wie gut er es auch auswendig gelernt bat. ,Mit feinem Mund und seinen Lippen ehrt er dann Gott, aber dem Herz bleibt es fern; seine (öottessurcht ist ein angelerntes Mcnschengebot." — Hieraus folgt, daß der E.onfirmandenunterricht aus das Engste sich an den vorangegangenen Religionsunterricht anschließen. ja ans ihm ganz hervorgehen muß: daß dieser das ganze Material zu dem Seblußbau zu liefern habe. Sonach hat jeder Lehrer den Plan für den Eonfirmandenunterricht nach dem von ihm ertheilten ReligwnSunterrichte zu entwerfen, gleichviel, ob er in diesem selbstständig ist, oder einem fremden ReligionSbuche folgt.