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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 5 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 5
Article
Briefe aus Österreich
Date
1856-01-01
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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178 ©riefe aus Oesterreich. B o k 111 c n. ©ohmen, mit der Hauptstadt Prag, so findet eS sich in allen Geographien. Ja wohl, Prag! was ist aus Prag geworden? Humholdt weist in seinem Kosmos nach, daß eine vollständige Wanderung -unter den Mineralien vor sich gehe, so daß diejenigen Steine, die vor Jahrhunderten sich an einem gewissen Orte befanden, nach Jahrhunderten an. einem ganz andern Orte sein tonnen, itzilt dies auch in geistiger Beziehung, dann fragen wir, wo ist Prag? Wir haben freilich hier blos das jüdische Prag vor Angen. Da war früher die Quelle, wohin Alle zogen, um an dem ladenden Trünke sich zu erquicken. gehörte mindestens zum Bonton,-daß jeder junge Mann, der sich mit indischer Wissenschaft befaßte, eine Zeit lang in Prag lebte. Wie viele ziehen letzt hin, wie viele finden das dort was sie suchen und wünschen? Und doch lebt in Prag Rapoport, stehet ihm zur Seite Stampf, der gewiß ein wahrhaft wissenschaftliches Streben hat. Werden Sie es glauben, daß, trotzdem &1e Behörden von jeher das religiöse Moment auf das kräftigste unterstützten, und die gesammte studierende Jugend, bis zu denjenigen, die die Universität frequentiren, Religionsunterricht genießen muß. es nichts destoweniger gar viele unter den jungen Leuten Prags gibt, die kaum hebräisch lesen können! Das geschieht in der עיר ואב בישראל. —■ <>s ist öfters daraus hiugewiesen worden, und doch muß ma!l es!loch immer wiederholen: (>:$ gibt in Prag eine jüdische Schule, jetzt die Franz-^oseph-Schule genannt, wo nicht einmal die Bibel oder auch nur der Pentateuch in der Ursprache gelehrt wird. Ad vocem der Prager Schule sei es gelegenheitlich heluerkt, daß das Ministerium des Unterrichts entschieden hat, daß, nachdem die Prager jüdische (Gemeinde blos als Kullusgemeinde bestehet, eine Volksschule aber l>omn!unalangelegenheit ist, die kosten dieser Schule voll Seiten der Kommune im Allgemeinen getragen werden müssen. ittehen wir nun von der Schule auf die Rabbiner über. Böhmen hat feinen Landesrahhiner, wohl aber Streisrahhiner. bs dürfte dem geehrter! Leser bekannt sein, daß im Jahre 18510 eine Notahlenversammlullg aus Veranlassung der Regierung, bestehend ans Rabbiner! und Laien Böhmens, in Prag stattgefunden bat. (rin Mitglied derselben, Streisrabbiuer A. Stöhn, hat die Verhandlungen gedruckt herausgegeben, und sie füllen einen ganzen Band. Wozu haben alle diese Verhandlungen geführt? Höchstens vielleicht, daß sie als ״nützliches Material" verwendet werden. Und allerdings wäre selbst dieses ein großer Ofi'winu. — Das Streisrabbinat siecht dort eben so hin, wie

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