Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Szenen aus dem Jahre 1096
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 10)
- Language
- German
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176 2 «neu ans tem ^ahro 101)(). dingung: den lob 01׳01י Mo Saufe \a emvfangen. Hior feiorte >1»» Israels:lteligion jene großartigen Triumphe. über welche der Olenius der Weltgel hichtc schmerzlich lächelnd das Haupt neigt, indem er!lieht meist, ob er über deren iöirfliMfeit jubeln, ober ihre Nothwendigfeit betrauern foll. ־— Mütter, die eben erst ihren Säuglingen Nahrung darreichten. raubten jetzt mit eigenen Hauden dem jungen Veben^.das Dasein; (Greife, bereit Hände zitterten, hatten Kraft genug das Tchlaclntnesser zu führen, das Beispiel auf Moria oielfacb zu wiederholen׳, ael', daß Mecaual fein rettender (»׳ngel den Glanbenshelde» tu riet: Vasset ab. leget eure Hände nicht an die Knaben'. Tenn diele Knaben, denn die Jünglinge und Jungfrauen riefen den Männern und den grauen tu: Habet fein (vi'baruteit, gebet uns den Gnadeiitod! Wir sind tut» Tpfer auserkoren. .- ״Höre, höre ^fraet, dein Wort bleibt einig und der Hinzige!" war der letzte Nus, mit dem das (frbeubafeii! 011־ bete. Doel׳ ein einziger Jüngling stobt regungslos und ftiiuuu inmitten dieser Scbrecfenoftnrre, und erst als das letzte dofer den letzten Ruf und mit ihm das heben hat oollendet, da sprach er: ״(Gepriesen sei der Name deiner Herrlichkeit in aller Ewigkeit'." Auel) er bereitete fiel» zum Tode vor. (fr klopfte an das Thor und verlangte de» Ansgang. ״Nehmet mich", rief er den Blutgierigen zu, ״nehmet nticb zum lebendigen Opfer hi»; ich verlange die Taufe." Hin Beifallsruf der Menge dnrehdraug die Vnft. Hin zur Johannis-Kirche geht der endloleIng, in welchem jener Bürger, dem der Jüngling Mache geloht hatte, nicht fehlte. Ter grosse Raum der Kirche faßte die Menge nicht, hoch befand sich in ihrem Innern auch Jener, ans den der Jüngling sein ganzes Teufen richtete. ׳ Ter Bilchof selbst edebrirte bei der feierlichfeit — denn es war ja das einzige, aber so tbener und so hoch erkaufte Tpser'. Tor Haß schien vergessen und eine Wonnenslnth der Liebe strömte dem Jüngling von allen Teilen zu. Wer würde dem Täufling jetzt wohl eine Bitte versagen? Und eine solche äußerte er allerdings, und zwar die Bitte, daß jener wohlbekannte Bürger die Pathenstelle übernehme. Tie Hl,re war zu groß, um nicht sogleich erfüllt zu werden; doch kaum nahm jener die Stelle neben dem Jüngling ein, als schon ein gezogenes Messer die Stelle des Herzens traf. - ■ Ter Sohn hatte den Baker gerächt und lächelte unter den nianervollsten dualen, die er selbst jetzt zu erfahren hatte. Auch er, das letzte Glied seiner Gemeinde, hat zu sein aufgehört.