Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension] / -n-
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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116 üteccufionen und?lnzeigen. Recensionen und Anzeigen. זבות אבוה, Hoiuilien über die Spruche der Väter (פרקי אבוח), jur erbauenden Belehrung über Beruf und Pflicht des Jsrae« fiten, von Dr. Wolf Alops Meisel, Rabbiner in Stettin. Stettin, bei Friedrich Hagel. 1855. 8°. Die Sprüche der Väter sind goldene Früchte, und sie verdienen in silbernen Schalen gereicht zu werden. Sie waren schon früh ein LieblingSgegenstand ethisch-religiöser Untersuchung: inan liebte eS. um diese Brillanten die Perlen der Hagada und des Midrasch zu reiben, und je nachdem die Meister es verstanden, die köstliche» Steine zu fassen, sah das Auge des Betrachters ihr Liebt in helleren oder matteren Farben strahlen. Auch in der Gegenwart fanden Prediger und Religionslehrer in diesen Sprüchen einen nie versiegenden Quell der Be- ,lehrung und Erbauung für ihre Gemeinden; und Derjenige, dessen Brust warm für Glauben und Sittlichkeit schlägt, und dessen Phantasie sich an den bald lieblichen bald erhabenen Bildern der talmudischen Hagada — wenn auch nicht gerade zur Hellen Flamme entzünden, doch anregen und erwärmen kann: dem wird eS stets gelingen, ans hagadischen Blüthen und teil prangenden Blumen dieser Sprüche einen duftenden Strauß zu winden. — Herr M. hat das Verdienst, die neueste, jüdisches Interesse betreffende Literatur zuerst mit einer, den ganzen Traetat Abot umfassenden homiletischen Behandlung dieser Sprüche beschenkt zu haben. Der Stoff widerstrebt meist, wie der Herr Vers, richtig erkannt hat, der strengen Äunstform der Predigt, da die einzelnen Tendenzen nicht immer einen streng einheitlichen Gedanken ausdrücken, was doch Haupterforderniß der Predigt ist; dieser Stoff kleidet sich lieber in daS leichte Gewand der Homilie, und diese hat der Vers, gewählt, um in einer leichten, eindringlichen, dem Gemüthe zusagenden Weise seine Gedanken vorzutragen. — Die Mischna selbst ist jeder Homilie zuerst im Texte, dann in einer möglichst wortgetreuen, prunklosen Uebersetzung vorangestellt. und als Anmerkungen sind kurze Notizen über die Autoren beigefügt. — An die einzelnen Tendenzen knüpft der Vers, nun seine Betrachtungen. Herr M. will, daß sein Werk ein Buch für daS Volk sei, ein Hausschatz, an welchem sich Geist und Gemüth des verständigen und gebildeten Israeliten erfreue. Der Verfasser hat die Aufgabe, die er sich hiermit gestellt, richtig verstanden, da er ״fern von der weichmüthigen Andächtelei, welche den nervenstarken Zuden nicht anregt", zu dem Geiste reden will: er erkannte, daß ethische Wahrheiten das Herz bewegen wollen, indem sie den Verstand überzeugen; und um