Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 3 · p. Seite 115

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 3
Article
Proben aus einer "Zoologie des Talmuds"
Date
1856-01-01
Page
Seite 115 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829192-2829196-2854256--02801-2854301
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wissenschaftliche Aussätze, 115 einen ander» Ameisenhaufen auö einer Gntfernnng von einer Meile und darüber herbeiholt und die beiden Hansen durcheinander vermischt, wo« durch ein Kampf zwischen den Ameisen selbst entsteht, in welchem sie sich einander lödten. Bemerkt wird, daß bei einer geringer» (rntsernung der gewünschte Kampf nicht bewirkt wird, indem die Ameisen, selbst wenn ein Wasser de» Zwischenraum durchschneidet, sich gewisser« maßen kenne» und sich ungefährdet lasse» (ibid.). Daß die Ameisen förmlich gegen andere Amcisenbausen (von einer andern Art) zum ,Kampfe auSziehen, Schlachten liefern und »ach dem Siege die besiegten Ameisen, oder ihre Puppen rauben, wird von Latreille (Histoire 11aturclle des fnurmis; vgl. auch Voigt I. c. 4. Bd. S. bestä« tigt. — Wichtig ist folgende Stelle: Webhalb ist der Fühler des קטצא i Rasch i: Heuschrecke, oder Ameise: ebenso überseht R. dieses Wort im gedachten Doppelsinne zu Aebamot 121 יי) weich? Deshalb, weit er zwischen harten tKegenstanden (חיי!טי, Weiden, dann überhaupt trockene Gegenstände, wie Tannennadeln 11. A.) sich auslnilt, wobei die Fühler, wenn sic hart waren, leicht sich abbrecbcn könnten und hierdurch der קסצא gleichsam geblendet würde, denn Samuel pflegte zu sagen: Wer den Kamza blenden will, der reiße ibm die Fühler aus (Sabbat 77h). Bestimmen wir uns für eine der zwei Ansichten und übersehen קטצא mit A m eise, so gewinnen wir für die Betrachtung n»seres )»sectcS mehrere, auch von andern Zoologen anerkannte, natnrhistorische Momente. Die Fühler der Ameise sind stark gebrochen und gegliedert, was der Talmud mit weich bezeichnet; die Sterilen unterscheiden sich von dem Männchen und dem Weibchen dadurch in ihrer Gestalt, daß sie einen größer» dreieckig förmigen Kopf, aber viel kleinere Augen haben, ihre Punktangen sind so klein, daß man sie kaum wahrnimmt, dabei stehen die Auge» mehr seitlich. Dieser Speeies von Ameisen sind daher die Fühler von um so größerer Nothwendigkeit, weshalb ich vermuthe, daß קם»א die Sterilen K<rc bezeichnet. Ihr Aufenthalt zwischen harten Gegenständen heißt nichts Anderes als ihr Nest, welches au- Spänchcn, Grashalmen, Holz, Tannennadeln u. dgl. besteht. Das Rest heißt קינא. דשוטשטני (Nedarim 24 b), oder חור נטלים (M. Katan 6 b). Schließlich sei bemerkt, daß der Anblick dieses wunderbaren Znsectes insbesondere durch seine Lebens« und Nahrungsweise den Ausruf er« preßte: Dein« Gerechtigkeit, o Gott, ragt hoch empor! (Chulin 63 a.) 0*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.