Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte des Barkochba
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 10)
- Language
- German
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110 Wissenschaftliche Aufsatze. aber von den römischen Heeren aufgesucht wurde und umkam. Ich halte diesen für keinen Anderen als Barkochba, dessen eigentlicher Name uns nicht bekannt ist, und der also LuminuS geheißen haben kann, falls nicht LuminuS (der Lichte) den ״Sohn des Sternes" umschreiben sollte. ES scheint mir, daß er nach mancherlei Schicksale» in Egypten Palastina betrat, sicb in Betar festsetzte, und nachdem er im Ganzen 2*/2 Jahr König gewesen war, also im Jahre 1*1!) post, dort ein gesä׳lassen, Betar aber nach 3 V2 jabriger Einschließung, also 122 post, erobert wurde: diese altüberlieferten Zahlen stimmen vollständig 2), und was erschiene irgend auffällig daran, daß Barkochba, von Iudäa's Grenzen zurückgewiesen, sich in das viel unzugänglichere Idumäa zog? Und wenn Frankel (in dieser Monatsschrift 1355 S. 453) mit Recht sagt, die ungemein große Zabl der im Hadrianischen Kriege Gefallenen setze in Erstaunen, Palästina wäre nach den vielfachen Kriegen zu erschöpft gewesen, um aus seiner Mitte diese großen Schaaren zu entwickeln: so wird die Annahme, daß diese Schaaren zum Tbeil aus Egypten gekommen waren, zum Tbeil aus Juden Jdumäa's bestanden, nur noch wabrscheinlicker. Die Belagerung von Betar mag aus Mangel an Truppen nicht foreirt worden sein und sich daher so lange hingezogen haben; Hadrian selbst kann natürlich nicht so lange vor Betar gelegen, wob! aber, als er nach Dio 69, 11 über Judäa nach Egypten 2) Diese Identification batte nicht einmal gegen sich, daß Jost das Glttin 57 a erwähnte Tur-malka und das Taanit jer. 5 erwähnte Tur- Schimon identisicirt und daraus schließt, daß Barkochba Schimon geheißen babe: denn selbst wenn Luminus nicht als Avvellativum ausgefaßt wird, sondern als wirklicher Name, kann immer noch sein Träger daneben den jüdischen Namen Schimon gehabt haben. Allein die Identität von Tur-malka und Tur-Schimon ist entschieden abzuweisen, da jenes nicht von dem Har-Hamelech unterschieden werden darf, welches nach Girtin und Taanit jer. a. a. O. ein ganzer Bergdistrikt war, und übereinstimmend hiermit schon Jonathan zu Nicht. -1, 5» das Gebirge Evbrajim durch Tur-malka umschrieben hat; zudem wird Taanit jer. a. a. O. dicht hinter einander von Tur-Schimon und dem Har-Hamelech ganz Verschiedenes ausgcsagt. Die Münzen aber, auf welchen sich der Name Schimon in samaritanischer Schrift findet, können ebensogut von Schimon Mattabäuö wie von Barkochba herrühren, ihr Schristcharakter macht sogar Jenes wahrscheinlicher; wie sie aber selbst dann, wenn die aus ihnen auch befindlichen lateinischen und griechischen Buchstaben älter als die hebräischen sein sollten, gleichwohl nicht beweisen, daß Barkochba Schimon geheißen habe, hat Grätz in seiner Geschichte S. 213 gezeigt. Woher der Name Tur-Schimon stamme, braucht nicht nachgewicsen zu werden, doch wäre cs möglich, daß er von jenem Schimon ben Giora. herrührt, welcher in der letzten Katastrophe von Jerusalem eine so große Nolle spielte und nach KeU. Jud. 4, 9, 4 eine «ö? rcpöe ßacrtX£ot tHßotpxfav gewann.