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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 3 · p. Seite 82

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 3
Article
Das Alterthum über Judenthum und Juden
Date
1856-01-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 Das *Hltcvtf'iim über Iudentlu»» und Juden. bleibt; sic faßt Menschen und Zustände nach dem Gesammtbildc aus, das sie »ach Licbt und Schatten und der Jude wird sich ganz zufrieden stellen, wenn man so mit ihm verfahrt, Es gibt eine Hvpostasirnng des Häßlichen, des Lasters, die kunstvoll, kunstgerecht sei» mag; doch der Dichter, dem solche Ideale vor- Ktm'd'cu, der!einen Pinsel in diese schwarzen Farben taucht, dem werden wir nimmer Reinheit des Empfangcns und der Absicht zngcsteben. Engsne Sue predigt unter dem Borwande, das Elend des armen Standes zu lindern, verführerisch Laster; Gustav Freitag verbreitet in der Absicht, den Sinn des DeMschen auf das Reale zn lenken, verführerisch Judenhaß. ״Alles bat seine Zeit". In früheren Tagen donnerten Dominieancrmönchc von den skanzel» berab gegen den Inden; dieses würde beute gegen den besser» Gescbmack verstoßen, die skirche will nicht mehr fanatisch erscheinen: da übernimmt der sociale Romantiker die Stelle des Dominieaners, snbrt in poetisch abgerundeter Form den Inden in seiner ganzen Verwerflichkeit vor. Welche Aesthetik des Häßlichen liegt nicht in dielen Ebrenibal, Tinteles n. s. w., welchen echten Tvpus der südiscben Erziebnng zeigt nicht dieser dichter!sei! vollendete Beitel Itzig! Wir halten es unter der Würde des Inden, diesen Berlenmdnngeu mehr als Berachlung cntgegenznsetzen: befraget jeden Schulmann, welche Mübe der Jude auf die bessere Erziebnng seines Vtindes verwendet, durchgehet Schulen und Gpmnasicn, oh sie Mangel an jüd. Besuchern zeigen und diese Anlaß zn Beschwerden über niebrsittliche Anlagen geben. Mag der Dichter jüdische sociale Unholde als Staffage nehmen, sie sind als Staffagc kennbar und Jedermann sagt sich, daß man auch in der christlichen Welt solchen ilnholden begegnet; aber dieses schmacbvolle Zerrb.ld der Früchte jüdischer Erziehung, dieser principielle Gegensatz der Bestrebungen des jüd. und christl. angehenden Jünglings, diese sich selbstbewußte Lüge der cingcsogenen Grundsätze des ins Leben tretenden Juden müßte einen entmuthigendcn Eindruck machen, wenn nicht die Absicht der Lüge gar zn durchsichtig wäre. Der französische Mvstericnschrciber hat Jünglinge in seiner Weise irre gemacht, seine verwerfliche Moral hat ihre giftigen Früchte getragen; und Haß des Andersglaubendcn verbreiten, dem in so Bielen mir schwach verhüllten Hang, den Juden ab- und anszustoßcn, neue Nahrung geben, ist eine der nnwürdigstcn Tendenzen, die je ein Autor sich vorsetzen kann. Eine solche innere Bollendung zeigt der an das Haus der Preußischen

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