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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 80

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
[Nachricht]
Date
1856-01-01
Page
Seite 80 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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80 Notizen. thatig für die Religion, die durch sic erhalten wurde, sondern auch für alle Wissenschaften, die sich an sie knüpfen und von ihr Licht und Wachsthum erhielten." Es wird nun nachgcwiescn, wie die hebr. Sprache und die Kenntuiß der heiligen Urkunden sich allein durch die Rabbinen erhalten, wie diese in den verschiedenen Facher» der mit der Religionskünde zusammenhängenden Wissenschaften, als Astronomie, Geometrie ff., vertrauet waren, und wird hierauf auf die trübe Zeit des Mittelalters übergcgangcn. ״Diese Jahrhunderte der Verfolgung, der Beraubung, der Ausstoßung würden die hart Bedrängten in einen Zustand der Verwilderung getrieben und sic^für immer unfähig gemacht haben, sich von so tiefem Falle zu erheben, wenn nicht die Rabbinen sichere und unermüdliche Führer gewesen und durch Vorbild und Gewicht auf ihre Glaubensgenossen gewirkt hätten. Und diese Rabbinen lebten in Armuth und führten ein bescheidenes, demüthiges Leben: sie bildeten nicht einen Stand, eine Klasse, einen Orden, suchten nicht sich zu vergrößern und zu herrschen. Daher waren sie auch weit entfernt davon, das Volk in Unwissenheit zu erhalten und ihm das Lesen der Bibel zu verbieten: das Studium des Gesetzes wurde vielmehr von ihnen gefördert und mit dem lebhaftesten Eifer empfohlen. Und als im 17. Jahrh. ei» Rabbiner die alte Ordination Herstellen und für sich und seine Schule das Recht Rabbiner zu ernennen in Anspruch nehmen wollte, scheiterte er, wie ein anderer in Rumelicn mit gleicher Absicht hrrvortretender Gelehrter, an diesem Princip der Lehrfreiheit." Der Redner wendet sich hierauf zu der später« Zeit, dem Verfalle des RabbinerthumS. Neue Ansichten tauchten auf, denen sich die jüngere Generation zuwandte und daher mit dem Verlangen hcrvortrat, daß die Rabbinen diesen Zeitansichten gemäß reformiren, die Religion ummodeln sollten. Diese konnten natürlich nicht hierauf cingehen und wurden von Jenen als ״Fanatiker", ״Obscuranten" verschrieen. Man stand sich einander feindlich gegenüber und das neue Geschlecht wähnte sich ganz von Jenen lossagen und nach seiner Weise reformiren zu können. Die Einsichtigeren hatten jedoch die Erkenntniß, daß von den Rabbinern gemäßigte Verbesserungen auögeben müssen, und wünschten daher, daß mit dem theologischen Studium sich das Studium der Wissenschaften verbinde. In Italien, wo übrigens der Bruch nie so groß war, erhob sich die rabbinische Anstalt vor 26 Jahren, und es sind aus ihr viele in und außerhalb Italiens thätige Arbeiter hervorgegangen." Wir benierke» noch, daß die Rede unter dem Titel ״ll Rabbinato v i Rabbini, orazione inaugurale“ zu Padua in Druck erschienen ist.

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