Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Notizen. 79 DaS Collegium Rabbinicum zu Padua vereinigte am 17. Novl'r. 1855 mit der Cröffmuig des diesjährigen CursuS die Promotion eines Alumnen zum Rabbiner. Herr Professor Lelio della Torre hielt die Inauguralrede, und wir thcilen aus dieser treffliche» Rede, ״das Nabbincrthum und die Rabbinen" betitelt, manche Stelle mit. Nachdem aufmerksam gemacht wird, ״wie ungemein wichtig es von einer Seite sei, daß die neuen Rabbiner wissen, wem sic in ihrem rubmwürdigen Amte folgen, wie jene großen Männer, die il׳»e» auf der schwierigen Bahn vorangingen, für die Religion und deren Anhänger wirkten, mit welcher Kraft, welche» Opfern, welchen Anstrengungen sie ihr edles Tagewerk vollendet und daher ihre Nachfolger von heiligem Eifer »nd lebendigem Nachstrebcn erfüllt sein mögen, und daß von der andern Seite Allen die Wichtigkeit und die Unentbehrlichkeit des Rabbinerthums klar werde, indem die frommen »nd gelehrte» Rabbiner als wahre Baker der Gemeinde angesehen werden mögen, ein inneres vertrauliches Derhältniß obwalte, sie Anreger und Leiter jedes edlen Unternehmens seien", gehet der Redner auf die geschichtliche Entwickelung dcö RabbincrwesenS ein. ״Das Nabbinerthum ist kein Priestcrthum, kein Apostolat, keine hierarchische Macht: cs ist das Lehramt. An die Stelle der Propheten waren zur Zeit des zweiten Tempels die Rabbinen, d. i. die Lehrer getreten: sie waren die GesetzauSlegcr und leiteten das Volk, ermahnten es, veredelten cS; durch sie drang das religiöse Gefühl in die Gemütler, drang Gottessurchl in die Familie» und ins Leben ein, übte die l ohe Morallehre der Bibel Einfluß auf die Sitten, wurde sie Gewohnheit und Natur, wurde das früher sinnliche Bolk keusch, mäßig, arbeitsam, in den häuslichen Tugenden allen Andere» ein Vorbild, und brach völlig mit den heidnischen Ideen und deren verderblichen Folgen." — ״Doch noch von tiefer!» Einflüsse zeigen sich die Rabbinen beim Falle dcö Staates. Das Vaterland ging nach blutigem Widerstand verloren, das Volk wurde mit seinem, allen anderen damals geltenden Religionen widerstrebenden Glaubensbekenntnisse zerstreuet und war daher Gegen» stand allgemeinen Hasses; und wohl würde es sich aufgelöst und in der herrschenden Ration aufgcgangcn sein, wenn nicht seiner Thätigkeit neue Nahrung und Richtung gegeben worden wäre. Die Rabbiner regten eine unbegrenzte Liebe für den väterlichen Glauben und die Gesetze an, zeigten, daß der einzige Ruhm, nach dem jetzt der Israelit streben soll, das Gcsctzstudium und die Todesverachtung sei, da, wo cS sich um Uebertretung des väterlichen Glaubens handle." — ״Aber die Rabbinen erhoben nicht nur ihre Brüder, indem sic ihnen das Bewußtsein gaben, was sie für sich und dje Menschheit wirken könnten, waren nicht nur