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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 72

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1856-01-01
Page
Seite 72 (sequence 2)
Language
German
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72 Necensionen und Anzeigen. früh mit der systematische» Erlernung der Formlehre vorgegangen werden können und müssen. Anders mit einem Anfänger von 9 Jabren. Mit riebtigem pädagogischen Tact hat der Verfasser erkannt, daß ein solcher erst nach und nach in das grammat. Form- und Regelwerk darf eingeführt werden, daß man ihm zuallererst ״den Kern, die Braut", nämlich das lebendige Wort zu genießen gebe» muß, und ihn erst durch stets wiederbolte unmittelbare Anschauung des Wortes in seinen verschiedenen Wandelungen und Berhältnisseu, auf soeratisch-geburtshclserische Weise zur Reflexion aus die verschiedenen Wort- und Satzformen Hinz»- leiten Hai. Ebenso hat der Vers, das Bewußtsein, daß ein anderer Weg zu meiden ist, der das entgegengesetzte Extrem zum Ausgangspunkte hat: es ist das Derfabren derjenigen Bücher, an denen zwar auch aus die Erlernung des Wortes das Hauptgewicht gelegt wird, wo aber den! Schüler die einzelnen Wörter alle in ihrer vollständigen, auSgebildeten Gestalt, in der Reihenfolge, wie der Text sie darbietet, mit der Nebersetznng vorgelegt werden, sodaß ihnen das Verständniß wie eine gebratene Taube in den Mund fliegt. Damit wird offenbar nur mechanisches Wissen erzielt und der Trägheit Vorschub geleistet. Deshalb werden derartige Bücher, an denen cS durchaus nicht mangelt, treffend Eselsbrücken genannt. Zwischen diesen beiden Methoden, der ״grammatische» und mechanischen", bat nun der Verfasser dm Mittelweg einzuschlagcn gesucht. Er gibt dem Anfänger die einzelnen im Pentateuch verkommenden Wörter mit ihrer jedesmaligen Bedeutung an, allerdings aber auf eine Art, daß dadurch das Nachdenken geweckt, die grammatische Bildung vorbereitet und eine allmälig sich steigernd« Selbstthätigkcit des Schülers herbeigeführt iverden kann. Zu dem Ende werden anfangs alle vorkommenden Wörter in ihrer vorliegenden jedcsnialigen fertigen Gestalt ins Deutsche übersetzt, bei jedem aber zugleich die Stammform mit ihrer Bedeutung angegebcu. Dadurch wird das Kind bei richtiger Anleitung nach und nach die Bildungssylben vom Stamme unterscheiden, und die Bedeutung derselben durch ibrc häufige Wiederkebr kennen lernen, woran sich dann allmälig die grammat. Regeln vom Lehrer anschließen lassen. Nachdem in den 6 ersten Sidras der Stoff auf diese Weise behandelt ist, fällt allmälig ״eine Krücke nach der andern". Zuletzt wird in der Regel allein noch der Stamm angeführt, nnd nur bei schwierigeren Formen die Bedeutung des bekleideten Wortstammcs beigefügt. Die Benutzung diesesdurch den ganzen Pentateuch führenden Apparates denkt sich der

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