Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 6)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 71 l׳aupt mit spccifischer Theologie nichts zu thnn; er will nur Sitten» gesetzt empfehlen; Verpommg der Jdololatrie wäre ei» eigentliches Kor8 ä'oouvrv gewesen. Und sprach er unter dem Namen des alten Gnomikers, so war dieser angenommene Name eine unschuldige, an sich indifferente Täuschung, der alte PhokylideS bätte ebenfalls Bcrsasscr dieser Gnome» sein können; Orpheus aber konnte diese Worte des Aristobul nicht gesprochen haben. Aber »och mehr; es liegt selbst kein Beweis für die Pseudoepigrapbie des PhokylideS vor; er kündigt sich nirgends als den alten Phokyl. an, diesen Liebesdienst, nach dem er gar nicht geizen mochte, haben ihm spatere Grammatiker erwiesen. Der vielleicht in der Ptolem. Periode seltnere Name ״PhokylideS" berechtigt noch nicht zu dem Schluffe, daß Niemand diesen Namen getragen habe. — Diese abweichende Absicht kann jedoch der trefflichen Abhandlung nicht Eintrag thu»; sic bietet durch ihre scharfsinnige Kritik und ihre bibl. Nachweise dem Philologen wie dem Theologen vieles Jutereffe, und bildet ein würdiges Seitenstück zu der Monographie ״Joseph JustuS Scaliger", desselben Verfassers. Der Abhandlung folgt der nach Herrn B. emendirte Text des Phokyl. Gedichts, verglichen mit den Leseartcn des Bergk'schen Textes Uootae l>)׳rici Oraeci, editio altera Lips. 1853. 373—361 •ין. Frankel. Der UebersetzungSlehrer 2c., von Em. Hecht. Creuznach 1855. 10 Sgr. Der ״UebersetzungSlehrer" ist der Vorrede zufolge für 9jährige Schüler bestimmt, die also die Erlernung der hebräischen Sprache offenbar ganz von vorn beginnen. Mit Recht stellt der Vers die Behauptung aus, daß die Erlernung einer fremden Sprache überhaupt soviel als möglich gleich mit der Erkenntniß des Wortes anfangen müsse, nicht aber, wie es ein anderer Weg sei, mit dem grammat. Regelwerke. Lei einem Gymnaflalschüler, der das Hebräische beginnt, würde sich dieser Grundsatz allerdings dahin modificiren müssen, daß er möglichst bald mit dem Worte, sofern cs das Eilied eines Satzes ist, also mit dem organischen Zusammenhänge der Wörter innerhalb des Satzes bekannt gemacht werde. Den» am Gymnasium wird mit der hebr. Sprache erst in den obern Klassen der Anfang gemacht, wo also eine Bekannt» schüft mit der Struetur des Satzes durch mehrjährige Uebung bereits erworben ist. Aus demselben Grunde wird hier auch verhältnißmäßig 6*