Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 453 (sequence 7)
- Language
- German
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<;:׳ ■ Zur Geschichte der Mischen. Religionsgcspräche. -453 seinerk arabffchen Glaubensgenossen für Palästina; und wie gefähMch hätte ein von Arabien aus umsichtig geleiteter Angriff den durch׳ die tapfern Schaaren Bar-Cochba's hart, gedrängten römischen Legionen werden können!'') — Und so wie R. Akiba im zweiten Jahrhundert, erzählt ein Lehrer des vierten Jahr- Hunderts — R. Lewi — von einer nach Arabien unternommenen Reises. Nicht unwahrscheinlich ist, daß die Bedrückungen der Römer, die Auflösung des Staates und die Religionsverfolgungen der byzantinischen Kaiser die Auswanderungen nach Arabien! veranlagten. Es werden auch bedeutende jüdische Stämme Arabiens, als die Beni Kainukka, Beni Nadhir u. a. genannt; und dürsten hier zwar'zum Judenthume übergetretene Araberstämme wahrzunehmen sein, so konnte doch nur durch vielfache jüdische Einwanderungen das Judenthum diese Ausbreitüng finden. Selbst auf die im Heidenthum verbliebenen Araber übte der jüdische in Arabien verbreitete Glaube den Einfluß, dem polytheistische, und daher den verschiedensten Sagen und Auffassungen Eingang gestattende Religionen, fich nicht entziehen können. So gehörte bei den heidnischen Arabern das Steinwerfen mit zu den bei der Wallfahrt nach Mecca zu beobachtenden Ceremonien, weil Abraham damit den Satan vertrieb, ״der ihn abhalten wollte seinen Sohn zu opfern"^. Wer nimmt hier nicht den Grundgedanken der midraschischen Sage war, Satan habe Abraham manches Hinderniß in den Weg gelegt, er ließ ein großes Wasser entstehen u. s. w., um ihn von der frommen Handlung abzuhalten?').— Noch mehr 7) Die ungemein große Zahl der Gefallenen im Hadrianischen Kriege setzt in Erstaunen; Palästina war nach den vielfachen Kriegen und der Auflösung des Staates zu erschöpft, um aus seiner Mitte diese großen Schaaren zu entwickeln. Der Zusammenfluß vieler Juden aus anderen Ländern, Erfolg der Reisen des N. Akiba, dürfte hier Aufschluß geben. Einen solchen Erfolg mochte auch seine Reise nach Arabien haben. 8) An vielen Stellen im Talmud und Midrasch: Dieser N. Lewi ist nicht zu verwechseln mit Lewi, Sohne Sisi'S: dieser war ein vertrauter Schüler des N. Jehuda Hanafl. — N. Akiba wie 8t. Lewi erzählen von ihrer Reise, um arabische Ausdrücke zu erklären; dieses scheint darauf hinzuweisen, daß das Arabische den Palästinensern nicht geläufig war, also ein lebhafter Verkehr zwischen Palästina und Arabien nicht stattfand. Mehr hierüber an einem andern Orte. 9) Weil, das. S. 14. Anmerk. %. 1) Vgl. Jalkut Bereschit 99. 85*