Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Holland
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 6)
- Language
- German
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445 Zur Geschichte der Jndeu in Holland. ganzen Bevölkerung der Vereinigten Niederlande einen starken Impuls, der auch auf die Israeliten nicht ohne Wirkung blieb. Man findet verzeichnet, daß ein ein Kaperschiff befehligender Jude, Namens Almaida, sich in der Seeschlacht bei Doggersbarw rühmlich auszeichnete4). In den Parteistreitigkeiten am Ende des 18. Jahrhunderts blieb der bei weitem größte Theil der Juden, vorzüglich der portugiefischen, auf Seite des Statthalters. Sie erinnerten sich noch wie hoch sie in der Gunst Wilhelm des Dritten gestanden. Wilhelm IV. war ihnen nicht weniger gewogen. Der reiche und erfahrene Portugiese de Pinto hatte, als Mitglied der Synagogenverwaltung seiner Gemeinde, in ihrem Namen dem Prinzen bei seiner Erhebung zu der Würde eines Statthalters in der herzlichsten Weise seine Aufwartung gemacht; und dieser Oranienfürst hat ihn später mehr als einmal als Führer (oder Verwalter) der ostindischen Compagnie zu Rathe gezogen. Bei der Majoritätserklärung Wilhelm V. wurden für ihn Gebete und Gesänge in einer besonderen Feier veranstaltet, und Predigten wegen dieses erfreulichen Ereignisses gehalten. Bei derselben Gelegenheit ward im Namen der Gemeinden Amsterdam, Rotterdam und Haag eine Commission abgeschickt, um dem Prinzen ihre Aufwartung zu machen und um seine hohe Protektion und Gunst zu bitten, die er auch mit innigem herzlichen Wohlwollen ihnen versprach. Bei des Prinzen Verheirathung ward wieder eine Comnrisston ernannt, um ihm zu gratuliren, und als Seine Durchlaucht kurz nachher nach Amsterdam kam, ward er mit seinem Gefolge mit großem Gepränge in der reichverzierten Synagoge empfangen, und die geweiheten Gesetzesrollen dem fürstlichen Paare gezeigt. Von seiner Seite hatte Wilhelm V., seinen Vorgängern ähnlich, eine große Vorliebe für die jüdische Nation, und gab öftere Beweise hiervon. Eine rührende Manifestation dieser Gesinnung legte er im unglücklichen Jahre 1786 an den Tag. Durch das Zurückbleiben der Dividende der ostindischen Gesellschaft während mehrerer Jahre waren viele Juden, vorzüglich die jüdischen Armen zu Amsterdam, die einem großen Theil nach aus diesen Dividenden die Mittel zu ihrer Ernährung bezogen, in große Noth gerathen. Der 4) Grcgoire, Hist, des Juifs T. III. 398. Malo, Hist, des Juifs 450. 51.