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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 12 · p. Seite 442

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 12
Article
Zur Geschichte der Juden in Holland
Date
1855-01-01
Page
Seite 442 (sequence 3)
Language
German
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442 Zur Geschichte der Juden in Holland. Einverständniß zwischen beiden Mächten zu befördern. Ihm folgte in derselben Beziehung sein Neffe Francisco de Limenes Velmonte, an dessen Stelle später dessen Sohn Jmanuel trat. Der Reichthum und der Luxus dieser Familie war so auffallend, daß sie allgemein vielen Neid und Mißgunst erregten. Eine nicht weniger bedeutende Rolle in der diplomatischen Welt jener Zeit spielte Herr von Schooneberg (eine liebersetzung seines eigentlich jüdischen Namens Jacob de Abraham Belmonte, und einem anderen Zweige desselben Geschlechts entsprungen), außerordentlicher Gesandter des englischen Hofes beim König von Spanien, und als solcher auch mit der Dertretung der niederländischen Interessen beauftragt. Dem König Wilhelm leistete er in dieser Beziehung wichtige Dienste, vorzüglich durch seine genauen Berichte über die Lage der Dinge, als durch das vermuthete kinderlose Absterben Karls des Zweiten die bisherige Königslinie erlosch und die meisten Mächte auf die vakante Erbschaft Ansprüche erhoben. Auf diesem Posten blieb er ununterbrochen thätig, bis er später nach Lissabon geschickt ward, wo er im 1.1717 starb. Der Erzherzog, später Kaiser Karl der Sechste, dessen Interessen er Frankreich gegenüber mit großem Eifer vertreten, erhob ihn im I. 1709 durch ein offenes Schreiben, das noch in seiner Familie existirt, zum Marquis einer Herrschaft in Brabant. Er hinterließ den Namen eines Mannes, der in seinen verschiedenen Aemtern auf eme ausgezeichnete Weise seinen Pflichten treulichst nachkam. Auch der sehr reiche haagische Jsraelite Jsaac (Antonio Baron) Lopez Suasso leistete dem Staate einen großen Dienst im denkwürdigen Jahre 1680. Er schoß nämlich Wil- Helm dem Dritten, als dieser sich zum Zuge nach England rüstete, ganz uneigennützig und ohne Empfangschein die Summe von zwei Millionen Gulden vor, mit Hinzufügung der folgenden Worte: ״Sind Sie glücklich, so bin ich überzeugt, daß diese Summe mir zurück erstattet wird. Sind Sie unglücklich, nun dann soll sie für mich verloren sein"^). Schon früher hatte ihn Karl VI., König von Spanien, zum 2) Friedrich der Große, sonst gewiß kein Judcnfreund, erwähnt diesen schönen Zug in . seinen ,Memoires pour 861׳vir a l’histoire de Brandenbürg*‘. Auch Schudt, Jüdische Merkwürdigkeiten, erinnert an Suasse, Schwarse.

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