Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Holland
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 441 (sequence 2)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Holland. 441 Im Jahre 1693 vereinigten sich sowohl die aus Portugal herstammenden Israeliten, wie auch einige Andere von hochdeutschem Stamme, im Hause des Jacob Abenhacar Berga, und bald ward eine Gemeindeordnung durch Manuel Levi und Moses de Pinto, den Ahnherrn des verstorbenen berühmten F. Pinto, abgefaßt. Durch die Regierung approbirt und bestätigt, wurde den Mitgliedern dieser Gemeinde ein Grundstück nahe am Schevemngschen Wege zur Beerdigung ihrer Todten angewiesen. Man findet erwähnt, daß die Gemeindehüupter, die nach der Väter Tradition sehr vielen Werth darin setzten, für ihre Synagogen einen solchen Platz zu erhalten, der ringsum mit Kanälen könnte abgeschlossen werden, der Regierung große Summen offerirten, wenn solche den Stadtiheil, worin sie ihre Synagogen bauen wollten, mit dein klebrigen blos durch Aufzngbrücken verbinden wollten, wodurch das synagogäle Grundstück mit. seiner Umgebung eine Art Insel gebildet hätte; aber diese Bitte ward abgeschlagen. Eine portugiesische Synagoge, durch einen gewissen Per eira im 1.1707 in der Form eines gewöhnlichen Hauses errichtet, ward von ihm seinen Glaubensgenossen überlassen, doch sollte sie seiner Familie angehören, solange Mitglieder derselben in der Gemeinde existirten. Später — im Jahre 1724 — ward durch einige ansehnliche haagische Israeliten von dieser Abtheilung eine neue Synagoge gebauet, obgleich nach kleinerem Maßstabe, doch ganz nach dem Muster der im Jahre 1675 eingeweiheten großen Synagoge zu Amsterdam. Dieser außerordentlich schnelle Aufschwung und das Emporblühen der jüdischen Gemeinde in einer Stadt, die während der Statthalterei Wilhelm des Dritten der Mittelpunkt der europäischen Staatsangelegenheiten war, steht in unverkennbarer Verbindung mit dem thätigen Antheile der Juden an den öffentlichen Angelegenheiten, wys mehrere Thatsachen genügend bezeugen. Moses Machado war ein Günstling des vorgenannten Fürsten, und leistete, seinen Armeen in Flandern ausgezeichnete Dienste. Nicht weniger nützlich zeigte sich Don Manuel de Belmonte — den wir schon früher als Agenten für des spanischen Königs besondere Angelegenheiten kennen gelernt — als Resident für diesen Hof. Vierzig Jahre hindurch, und vorzüglich seit dem Jahre 1676, war er thätig, um gegenüber der Herrschsucht von Frankreichs Monarchen das innige