Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 431 (sequence 1)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 431 Recensionen und Anzeigen. ספר ישעיה מתורגם איטלקית ומפורש עברית מלאכת שד״ל unter dem italienischen Titel: II Profeta Isaja volgarizzato et commentato ad uso degl’ Israelin da professore 8. D. Luzzato. Padova 1855. Erstes Heft. Einleitung und italienische Uebersetzung mit hebräischem Commentar bis e. 5, 30. 80 Seilen. Das sich für jüdische Literatur interessirende Publicum hat im letzten Lustrum eine eigenthümliche Erfahrung gemacht. Manche Ixte־־ rarische Erzeugnisse, die lange vorher angekündigt und mit einer gewissen Spannung erwartet waren, haben den gehegten Erwqrtxmgen nicht ganz entsprochen. Manche Verfasser, deren Schriften ehemals von der unmündigen jüdischen Lesewelt mit Enthusiasmus ausgenommen worden, hatten vergessen, daß die Zeit mündig macht. Die Jugend ist in der Zwischenzeit reif geworden und verlangte kräftigere Impulse, und des Zuwartens müde, hat sie sich indessen selbst umsehen müssen, hat Studien gemacht, und als ihr Forschungen geboten wrxrden, die in den zwanziger und dreißiger Jahren Epoche gemacht hätten, nahm sie dieselben mit Kälte aus; sie hatte jenen Standpunkt ziemlich überflügelt. Ein wenig trifft das Gesagte auch den angezeigten Commentar des Jesaja, den Vers, bereits vor 24 Jahren, wie er in der Einleitung eingesteht, angesertigt hat. Man erkennt beim Durchlesen sofort, daß das Geständniß nicht übertrieben ist, man begegnet da alten Bekannte», die man längst verschollen glauben sollte. So ringt Vers, noch gewaltig gegen die exegetische Auffassung Michaelis', Rosenmüller's, Gesenius', glaubt, daß die Israeliten des Nordens noch im Staube vor denselben liegen und hält es für seine Pflicht, sie von diesem Götzendienst zu heilen, während die exegetischen Arbeiten dieser Herren gerade in Deutschland für so ziemlich antiquirt gelten, und mit ihren welken Reizen die israelitische Jugend nicht inehr verführen können. Wollte Vers, gegen die ״protestantische Richtung der Exegese", wie er es nennt, ankämpfen, so wäre es angemessener gewesen, gegen anerkannte Koryphäen der Exegese, wie Bertheau, Ewald, eine Lanze zu brechen, namentlich Ewald's Maffora-Haß und Emcndationssucht zum Gegenstand wissenschaftlicher Widerlegung zu nehmen, natürlich rinter Anerkennung der trefflichen Leistungen der Ewald'schen Schule, das wäre ehrenhafter und ersprießlicher gewesen, als gegen Schatten fechten. Indessen berührt dieses Fehlgreifcn nur die Außenseite des Luzzatto'schen Kommentars, das am Ende durch die Unbekanntschast des Verfassers mit den wissenschaftlichen Schwingungen in Deutschland zu entschuldigen ist. Sieht man davon