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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 11 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 11
Article
Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
Date
1855-01-01
Page
Seite 417 (sequence 2)
Language
German
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417 Wissenschaftliche.Aufsätze. die animalische Seele. Im Menschen endlich gesellt sich zu den beiden noch ein׳ drittes, nämlich Vernunft; der Mensch besitzt also eine Seele, aus der alle drei Wirkungen fliehen: die rationelle Seele'). Jehuda Halewi hat aber Noch eine andere Definition der Seele,, zu deren gehörigem Verständniß cs jedoch nöthig ist, den Begriff Form nach aristotelischer Auffassung fest zu bestimmen, da dies überhaupt ein Angelpunkt der aristotelisch-arabischen Pilosophie ist. Form, im philosophischen Sprachgebrauche, ist nicht die Bezeichnung für die äußere Gestalt, sondern für die innere charakteristische Wesenheit eines Dinges (vgl. יסוד״ התורה IV, § 8 über den Unterschied zwischen צורה und הואר). So ist z. B. die vegetative Kraft die Form, das ist die Wesenheit der Pflanze; und eine abgepflückte Blume, obschon sie noch ganz die Gestalt, den Farbenglanz und den Dust einer Blume behalten hat, dieweil ihr aber die vegetative Kraft, also die innere Wesenheit derselben, verloren gegangen, darum ist sie mehr keine Blume der Form nach. Im Thiere ist es ebenso die animalische Kraft, was Aristoteles die Form nennt. Die Materie ist ihm blos ein der Möglichkeit (בכרו, der Anlage, dem Vermögen) nach Seiendes, während die Form die Möglichkeit zur Wirklichkeit (לפועל) bringt. Die Form ist daher die Vollendung (Entelechie, xerleotio, שלימות) der Materie. — Um die charakteristische Wesenheit eines Dinges zu bezeichnen, haben wir demnach drei Ausdrücke: Seele, Form und Vollendung. Aristoteles definirt daher die Seele mit folgenden Worten: ״Die Seele ist die erste Vollendung eines natürlichen, organischen Körpers, welcher der Möglichkeit nach Leben hat" (de anima II, 1). Und Jehuda Halevi gibt die wörtliche Uebersetzung dieser aristotelischen Definition: .(1 2הנפש שלמות ראשון לגשם טבעי כליי בעל תיות בכת Die Jmmaterialität der Seele wird durch vier Argumente erwiesen. 1) Durch die Einheit und Untheilbarkeit der Seele. Alles Körpcrliche, sowie das Accidentielle des Körpers ist Heilbar; Gestalt, Ge- 1) Die rationelle Seele wird in den arabischen Schulen die sprechende (אלנ&ס אלנאטקה ,נפש המדברת) genannt, weil jedes Sprechen ein Denken voraussetzt. Denken und Sprechen wird aus eben dem Grunde in vielen Sprachen durch einen und denselben Ausdruck bezeichnet. Nach Jkkarim III, S werden auch die Himmelssphären, als mit Intelligenz begabte Wesen, מדברים genannt. 2) Die Erörterung, warum die Seele die ״erste Vollendung" heißt, haben wir, als den Artikel gar zu sehr in die Länge dehnend, hier weggelassen. Eine populäre Darstellung dieses Gegenstandes s. Jkkarim III, 2. Frankel, Monatsschrift. IV. II. ZA

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