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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 11 · p. Seite 411

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 11
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 411 (sequence 2)
Language
German
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Zur Geschichte der jüdischen Rkligionsgespräche.-- 411 und endlich erlöschende Seleucidendynastie halte sich (3. Jahrh. vor der üblich. Zeitr.) als gesunder kernkräftiger Stamm das Volk der Parther gepfropft und einen großen Theil des ehemaligen persischen Reiches in Besitz genommen. Die Lage der Juden in den Euphrat- und Tigrisgegenden war unter den parthischen Königen — den Arsaciden — eine erträgliche; von Religionsverfolgung, überhaupt von Angriffen gegen Religion keine irgend nur wahrnehmbare Spur. Trug doch die Toleranz oder die Gleichgültigkeit der Arsaciden gegen jedes Glaubensbekenntniß nicht wenig zu deren Sturz bei! Der Magismus, der in Feueranbetung ausgeprägte Zenddienst war zwar in Persien stets vorherrschend; doch die Parther hatten als fremdes aus dem scytischen Norden eingewandertes Volk viele polytheistische Ansichten und Gebräuche mitgebracht, die den Magismus in seiner Ursprünglichkeit zum Theile verdrängten und ihn mit vielen fremdartigen Bestandtheilen so schwängerten, daß die strenge Scheidung des guten und bösen Princips, die Wesen und Inhalt der Lehre Zoroasters bildet, in der Naturvergötterung aufzugehen drohete. Im dritten Jahrh. nach der übl. Zeitr. stürzte Ardschir den letzten König der Arsaciden, und es beginnt mit ihm die Dynastie der Sassaniden. Ardschir hatte einen mächtigen Stützpunkt in den Magiern, den Priestern des Feuercultus; und ist auch nicht zu ermitteln, ob er auf ihre Anregung sich gegen seinen Gebieter erhob, so scheint dieses festgestellt, daß er ihrer Einwirkung den Erfolg seines Aufstandes zu verdanken hatte, und es war daher ein Act feiner Staatsklugheit, die Magier durch Wiederherstellung des alten Glaubens ganz in sein Interesse zu ziehen'). Die Versuche zur Purificirung des Glaubens, sowie das jetzt über ihn eifersüchtig wachende Auge der Magier mag die unter den Sassaniden sich häufig kundthuende, dem alten Parsismus unbekannte Intoleranz ins Leben gerufen haben, von der, wie aus vielen 1) Vgl. Gibbon History of the decline and fall of the Roman empire T. 1. Ch. 8. p. 273 ff. (Leipzig, 1829). — Der Zenddienst scheint sich vorzüglich im alten Iran, wo Zoroaster zuerst mit seiner Lehre aufgetreten sein soll, in seiner Ursprünglichkeit erhalten zu haben. An der Spitze der in diesen Gegenden gesammelten Schciaren erhob sich Ardschir gegen den letzten Arsaciden; und da diese Gegenden am Chabar liegen, daher die Benennung für diese Schaaren דינרים, Chabarim (Guebern), wie dann überhaupt die Neuperser genannt wurden- Vgl. 1. Jahrg. S. 471. 472.

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