Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Rede am Geburtsfeste Sr. Majestät, des Königs Friedrich Wilhelm IV. 15. October 1855
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Rede am Gebmtsfeste Sr. Majestät, -öS -Königs Friedrich Wilhelm IV. 1.1 Oktober 1855*). Hochzuverehrende Anwesende! Zum zweitenmal begehet diese junge Anstalt die Geburtsfeier Sr. Majestät des Königs, zum zweitenmal seit der kurzen Zeit ihres Bestehens ergreift sie die hehre Veranlassung dieses Tages, um dem sie beseelenden Gefühle der Dankbarkeit gegen den König, dessen Wort die fördernde und reifende Sonne ihres Entstehens war, einen wenn auch nur schwachen Ausdruck zu geben. Im vorigen Jahre war das Gotteshaus Zeuge dieses Ergusses: ein religiöser Festtag hatte uns daselbst versammelt, und in des doppelten Festes höherer Begeisterung erhoben sich hochbeschwingt unsere Gefühle zum Throne des Königs der Könige, um uns am Lichte des Glaubens in Liebe zu König und Vaterland zu stärken, uns die Segnungen zu vergegenwärtigen, die Friedrich Wilhelm der Vierte verbreitet und für Ihn den Segen des Himmels zu erflehens Heute begehen wir diese Feier hier, die, an welchem Orte sie mit Innigkeit vollzogen wird, der Ausdruck einer religiösen Erkenntniß ist, die in dem großen Mll eine höhere, die heterogensten, einander widerstrebenden und abstoßenden Elemente zu einem harmonisch sich durchdringenden Ganzen vereinigende Weltordnung wahrnimmt, und das Abbild dieser Harmonie in dem weise geordneten Staate wiederfindet, in dem die verschiedenen Sphären der Gesellschaft zu einer Einheit einigenden Staatsorganismus *) Diese Rede wurde im Actussaale d.es Seminars vom Unterzeichneten in Gegenwart der Kuratoren, Lehrer, "Seminaristen und eines zahlreichen Publicums gesprochen. Da hier manche hochwichtige Punkte des Mosaismus berührt werden, glaubte man ihr mit Recht eine Stelle in dieser Monatsschrift einräumen zu dürfen. Frankel. Frankel, Monatsschrift. IV. 11. 31