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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 10 · p. Seite 366

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 10
Article
Syrien und die Beduinen unter der türkischen Verwaltung
Date
1855-01-01
Page
Seite 366 (sequence 2)
Language
German
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366 Syrien und die Beduinen restgniren kann, nicht resigniren will: die Frage, wie es werden soll, macht sich daher den Epigonen jener frömmelt Eingewanderten mit unerbittlicher Consequenz geltend. Sir Moses / Montefiore, der schon in früheren Jahren mehrere Reisen nach Palästina unternommen, um das Elend seiner Glaubensgenossen daselbst zu mildern, begegnet sich mit Herrn Albert Cohn in dem Plane, aus Realisirung eines selbstständigen Lebensberufes für die Israeliten Palästinas hinzuarbeiten: es sollen Anstalten errichtet werden, i1r׳׳ddWst die jüngere Generation in Handwerken, Künsten und in Führung des Pfluges belehrt werde, auf daß sie einst unabhängig von den sparsamen und doch nur als Almosen fließenden Gaben des Abendlandes ihren eigenen Erwerb und Unterhält finde. Montefiore soll bei seinem diesjährigen Besuche auf manches Hinderniß gestoßen sein, dessen Besprechung jedoch hier zur Unzeit und am Unrechten Orte wäre, da manche wie es scheint vorsätzliche Entstellung in dem Berichte obwaltet (vergl. weiter ״Aus dem Orient"), und der Vorgang jedenfalls nur Zeugniß von dem unpraktischen Sinne mancher dortigen Ansiedler geben würde. Wo mit Begeisterung und heiligem Eifer unternommen wird, vermögen kleine Hindernisse, und selbst wenn sich Verkennung zu ihnen gesellt, nicht einzuschüchtern; ja sogar größere, in den äußeren Verhältnissen tiefwurzelnde Schwierigkeiten werden die Hoffnung auf Erfolg nicht erschüttern. Montefiore, diesem im Morgenlande so hoch geachteten Mannes, der bei dem Sultan und seinen Pascha's ein hohes Ansehen genießt, und A. Eohn, dem der. Herr Gunst in den Augen der Fürsten und ihrer Großen verliehen^ sie scheinen dazu berufen, nicht nur die politische und materielle Lage "ihrer palästinischen Brüder zu verbessern, sondern ihnen auch eine gesich erte Stätte für ihren neuen Wirkungskreis zu schaffen, jene Sicherheit von außen, deren es bedarf, sollen die Werke des Friedens, Gewerbe und Ackerbau, sich mit Erfolg entwickeln. Wenn das Roß des Beduinen die Maat wie die der Reift nahe Erndte ungestraft darniederstampst Äd der räuberische Druse sich frech mit dem Schweiße des friedsamen Bewohners mästet: wird mit frischem Muthe der Boden aufgewühlt werden? Etwa um ihm einen Segen zu 1) Vgl. die Mittheilungen aus dem Neisejournal der Lady I. Montefiore in Frankels Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums. Jahrgang 1814.

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