Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Über die Knechtung der Israeliten nach egyptischen Monumenten
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 2)
- Language
- German
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Notizen. 317 Herrschaft jedoch entstanden Streitigkeiten in jenem Staate. Die Könige von der Linie des Phiops scheinen die Politik großer Staatsmänner befolgt zu haben, welche darin bestand, daß sie Bündnisse mit den kananitischcn Stämmen im Osten von Egypten schlossen und diesen dafür gestatteten, sich im Delta niederzulassen. Zwei Stämme, der voll Heth und Arvad, wunderten in Egypten ein, wo sie sich in den Städten niederließen, jedoch getrennt von einander lebten und ihre nationalen Sitten bewahrten. Es brach unter ihnen ein Streit aus, in welchem der Stamm Heth besiegt und aus Egypten vertrieben wurde. Er durchzog die Wüste und regte durch die Erzählung über das erfahrene Unrecht das Rachegefühl seiner Brüder in Cauaan an, welche nicht allein die kananitischen Besitzungen ihrer arvaditischen Feinde angriffen, sondern auch Unteregypten verheerten, wo sich die Arvaditen mehrere Landstrecken unterworfen hatten. Bei dieser Gelegenheit erbat sich der König des Delta, wo die Israeliten wohnten, die Hülse des Lhcbanischcn Pharao, Sethos I. Dem Pharao des Delta wurde aber nach den Monumenten die Unterstützung seines thebanischen Bruders nur für einen hohen Preis zu Theil, nämlich für die Abtretung von sechs Städten oder festen Plätzen in Unteregypten, unter denen Heliopolis oder On uw, die Stadt, in welcher Joseph gelebt hatte, welche Thatfache auch ans das unzweideutigste durch den Obelisk in der Piazza del Popolo in Rom bezeugt wird, welcher in Heliopolis wahrscheinlich durch denselben Pharao׳, Sethos I., errichtet worden war. Nunmehr folgte der König, ״welcher den Joseph nicht kannte". Die Herrschaft des Sethos, welche lange und glücklich gewesen zu sein scheint, neigte sich ihrem Ende zu und er nahm seinen Sohn zum Mktregenten an, welcher mit seinein Vater fünf Jahre gemeinschaftlich regierte und von den Griechen Sesostris, in den Verzeichnissen auf den Monumenten aber Ramses genannt wird. In dem ersten Jahre seiner Alleinherrschaft brach an der nordöstlichen Grenze Egyptens ein Krieg aus, dessen Einzelheiten ausführlich auf dreien der größten Tempel geschildert sind, welche noch in Egypten vorhanden sind. Eine zweite Verheerung Unteregyptens durch die Hittiter und deren kananitische Verbündeten fand statt, Ramses wurde zu Hülfe gerufen und durch seine Unterstützung wurden die Angreifer znrückgetrieben. Aber der Sieg war nicht von langer Dauer; schon vier Jahre später fand eine neue Invasion statt, welche aber einen glücklicheren Erfolg hatte, und als Ramses zum dritten Male herbeieilte, um den Thron seines Bruders von Unteregypten zu befestigen, fand er das Delta im Besitze der Moabiten. Der Bericht über diese Thatsache findet sich in einer Papyrusrolle im Britisch Mu- Frankel, Monatsschrift. IV. 8. 24