Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Präsidentur im Synhedrium
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829187-2853900--02430-2853931- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
302 Wissenschaftliche Aufsätze Dynastie der idumäischen Herodianer angesetzt hat. — Wenden wir uns nun zu den Mitgliedern der ursprünglichen und eigentlichen Kneßeth hagdola, deren Vorhandensein bereits in der biblischen Zeit, unter der Perserherrschast ebenso unzweifelhaft, wie es andererseits erstaunlich ist, daß in Betreff deren Mitgliederschast und Zeit eine Willkürlichkeit herrscht, die aller traditionellen Begründung entbehrt. — Dieser Umstand verdient nähere und so viel als möglich gründliche Untersuchung der betreffenden vorhandenen Quellen. — Die Zahl ILO für diese Mitgliederschast und daß Esra der Urheber derselben ist, wird: gewöhnlich nach talmudischen und Midrasch-Berichten mit solcher Gewißheit ausgesprochen, daß kein Grund daran zu. zweifeln obzuwalten scheint — obschon, wie sich weiter zeigen wird, die berichteten Nebenumstände. einander sehr widersprechen, die, wenn sie auch nicht ganz in Einklang gebracht werden können, jedoch nach genauer Sichtung einigen Aufschluß über die Entstehung der hie und da anzutreffenden Widersprüche zu geben geeignet sind.-Die Abfassung der Gebete (שמנה עשרה) wird nach bab. Megilla 17b 120 Sekenim zugeschrieben, unter welchen auch einige Propheten כמה נביאים sich befunden haben sollen*). — Daß aber hier unter Sekenim die Mitglieder der Synagoge magna zu verstehen sind, leuchtet u. A. aus babyl. Berachot 33 a deutlich hervor^). — Beide Stellen rühren von ein und demselben Autor, R. Jochanan her. — Der Hauptsache wie auch der Zahl 120 nach übereinstimmend, in Betreff eines Nebenumstandes jedoch hiermit in scheinbarem Widerspruch, berichtet der jerusalemische Talmud. (Berachot S. 11a zu Nr. 4 Cap. 2), wonach ebenfalls 120 Sekenim, darunter jedoch einige 1) א״ר יוהנן ואמרי לה במתניתא תנא מאה ועשרים זקנים 'ובהם כמה נביאים תיקבר ^"די ברמת על הסדר. — Die das. vorangehende Beraita, wonach N. Gamliel II. di Jabne damit in Berührung gebracht wird, steht keinesweges hiermit in Widerspruch, indem dem Dt. Gamliel bloS die Ordnung הסדיר י״ח על הסדר, wahrscheinlich auch die weitere Ausbildung zugeschrieben wird. Daß ihm die Autorschaft der später eingeschalteten Eulogie gegen die Sektirer, Minim, angehört, ist bekannt. — R. Gamliel beklagt sich gerade über die Ueberhandnahme des Delatorenwesens, מלבינים;, in■־.grdg-e:n>4cl)erbas .1&.׳rm<)gett. öfter confiscirt wird, wie auch, über die Grausamkeit der Römer מלכות זדון׳ zur Bestrafung allgemeiner Lasterhaftigkeit (vergl. Nabb. Ester Ans. S. 99 6.) . . . אבא גוריון מן דסגון דלטוריא סגיין ממונהון דברייתא מתבזזה ... מן דאכעסון בניא_משום רבן'גמליאל חביביא עבדיהזן קרם :אבוהן דבשמיא אקים עליהון מלכא חנפא. — Es wird zwar das. auf Ahasverus und Haman angespielt,.wer aber die Art der Hagadisten nur einigermaßen kennt, weiß auch, daß sie gewöhnlich ihre Zeitverhältniffe biblischeu Personen zuzuschreiben pflegen, theils um größern Eindruck zu bewirken, besonders aber um sich nicht Gehässigkeit und Anklagen zuzuziehen. — .א״ר יוחנן אנשי כנה״ג תיקנו להם לישראל ברכוה ותפלות קדושות והבדלי (2