Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Aus den Vereinigten Staaten
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 1)
- Language
- German
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295 Aus den Vereinigten Staaten. Aus den Bereinigten Staaten. v. Wie wohlwollend sich auch dieser Verfasser über Juden ausspricht, ist dem Ganzen dennoch nicht blos Leichtfertigkeit, sondern mehr noch die Absichtlichkeit der Stadt Newport Weihrauch zu streuen abzusehen. Erstens: die Widerspruche zwischen dem eigentlichen Discourse und dem Anhänge. Nach Ersterem hat Abraham Tonro ein Kapital der Legislatur des Staates und der Municipalbehörde überlassen; nach dem Anhänge aber 10,000 Pfund zur Aufrechterhaltung der Synagoge und des Begräbnißplatzes, und 5000 Pfund für die der Straße. Ein leichter Einblick in das auf dem Stadthause in Newport befindliche Testament Abraham Touro's hatte den Geschichtsschreiber belehren müssen, wie der Verstorbene die Zinsen der 10,000 Pfund zunächst für eine vielleicht-sich wieder bildende jüdische Gemeinde in Newport sestsetzt, und nur so lange dies nicht der Fall die Municipalbehörde sowohl ersucht wie ermächtigt, aus diesen Zinsen etwaige Reparaturen zu bestreiten, den Ueberschuß aber zum Kapital zu schlagen. Im Jahre 1838, sechzehn Jahre nach des Erblassers Tode, mußte die Summe also wohl schon bedeutender sein. Zweitens weiß nur der Anhang davon, daß der in New-Uork verstorbene Moses Lopez in Newport beerdigt worden. Drittens ist der Schluß, daß die früheren Juden weder so viel Vermögen, noch Intelligenz und Unternehmungsgeist wie die später angekommenen besessen hätten, und auch nur von geringer Anzahl gewesen seien — weil sie so lange keine Synagoge gcbauet — echt amcricanisch. Kirchenbauen ist die Hauptänßerung der americanischen Frömmigkeit, und die Geistlichkeit sehr bemühet um die Erweckung derselben. Das Bedauern, wie so gar wenig Material für die Geschichte der Juden in Newport ausbewahrt ist, hätte Pastor Roß zum Theil unterlassen können, dafür aber das vorhandene aussuchen und benutzen mögen. Selbst die Traditionen der ältesten noch lebenden Leute in Newport, über den früher in Privatwohnungen abgehaltenen Gottesdienst der Juden, konnten erspart werden. Dieses hätte der Herr Pastor z. B. auch aus dem Werke ,,Life of President Ezra Stiles“, welches gleich vorgebracht werden soll, erfahren können; schon im Jahre 1759 ging Revrd. Stiles mit den jüdischen Lehrern und Huzzan in Newport um. Noch Anderes überlasse ich den geneigten Lesern zwischen den