Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Aus den Vereinigten Staaten
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 5)
- Language
- German
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Aus den Vereinigten Staaten. 261 Hochschule — in Connectitut. Stiles Biograph rühmt besonders seine großen Kenntnisse der hebräischen Sprache und will viele und lange hebräische Briefe, die er dem Rabbi in Newport geschrieben, gesehn haben; schon diese eine Probe im Kataloge dürfte jedoch ziemlich klar das Gegentheil erweisen. W Die Redwood-Bibliothek ist wöchentlich einige Mal dem allgemeinen Besuche frei gegeben, und habe ich diese benutzt, die wenigen Nachrichten über die Anstedlung unserer Glaubensgenossen in Newport, wahrscheinlich die erste, wenn nicht gar vormals die einzige in New-England, herauszusuchen und zusammenzustellen. '■':־■ IV- Schon der alte Flavins Josephus zählt im Beginn seiner Alterthümer verschiedene Gründe auf, reine und unreine, die zum Geschichtschreiber der Menschen veranlassen, und versichert von sich: nur des allgemeinen Nutzens wegen, die ihm bekannt gewordene Wahrheit mitzutheilen. Leider ist dieses, namentlich bei den Specialhistorikern, selten der Fall. Ist es auch nicht grade immer Eigennutz oder Ehrgeiz, der sie ganz von der Wahrheit abbringt, so veranlaßt sie doch häufig ein aus diesen beiden gemischter-Beweggrund, nicht überall und die volle Wahrheit zu sagen. . Ganz besonders ist dies der Fall, wenn der Geschichtschreiber sich durch Nationalität oder Stellung bevorzugt.Hält. Er glaubt dann schon sehr gerecht zu sein, wenn er solche,. über die er sich erhaben dünkt, gar nicht beachtet; ist der Dünkel noch mit Bosheit gepaart, dann bemüht man sich geflissentliche Unwahrheiten zu verbreiten. Dieses ist es, was das Studium der Geschichte der Juden in der Zerstreuung so besonders schwierig macht. Höchstens vermag man aus den Widersprächen, die aus den verschiedenen Anklagen hervorgehen, die Lügen- Hastigkeit derselben nachzuweisen; — die volle Wahrheit aber herauszufinden, wird, nachdem eine längere Zeit verstrichen, schwer und nur Men gelingen. 4 Hat der Jude in den Nordamericanischen Freistaaten auch nicht über Unwahrheiten, seine Glaubensgenossen betreffend, zu klagen; so doch über ein geflissentliches und ziemlich allgemein verbreitetes Jgnoriren, das in Folgendem seinen doppelten Grund hat. An und für sich fällt es dem Amerikaner, der zumeist sehr nativistisch gesinnt ist, schwerdie Leistungen Anderer anzuerkennen. Dazu kommt nun noch, daß, wie in dem jugendlichen, alle Thätigkeit noch in Anspruch nehmenden Lande natürlich, es nur sehr wenige Schriftsteller von Fach