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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 6 · p. Seite 239

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1855-01-01
Page
Seite 239 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Recenstonen und Anzeigen. 239 astronomischen Beraita Samuels und in seiner zweiten Abtheilung einen Commentar zum Buche Zezira enthalten soll, mit großen Schwierigkeiten verknüpft sein würde, indem die erste Abtheilung nicht mehr ganz vor- Händen ist und daher blos aus einigen Excepten theilweise wieder zusammengesetzt werden müßte, zur Herstellung eines correcten und vollständigen Textes der zweiten Abtheilung aber die Vergleichung der verschiedenen Handschriften erforderlich, wäre, so ist es jedenfalls verdienstlich von Hrn. Jellinek, mindestens die obgedachte Einleitung herauszugeben. Besonders in neuerer Zeit, wo namhafte jüdische Schriftsteller auf Schabtai Donolo mehrfach aufmerksam gemacht und über seine Lebens- Verhältnisse allerlei Notizen gegeben haben (man hatte früher sogar seinen Namen entstellt), muß die Veröffentlichung eines seiner schriftlichen Denkmale, wenn auch gewissermaßen nur Fragment, willkommen sein, um dadurch Geist und Bildungsstand jenes Autors näher kennen zu lernen. In der deutschen Einleitung gewährt der Herausgeber einen klaren und vollständigen Blick in das Leben und die Schriften Donolo's, gehet sodann auf die Bedeutung und Verbreitung der Letzteren über, aus den Inhalt der vorliegenden Schrift insbesondere, und bespricht nachher den Einfluß der Donolo'schen Anschauungen auf biblische Exegese, Symbolik und Kabbala, wobei die Bedeutsamkeit Donolo's, die ihm wohl mehr als Physiolog und Astronom denn als Religionsphilosoph zukömmt, mit vieler Sachkenntniß und allerdings mit sichtbarer Vorliebe geschildert ist. Hervorzuheben ist u. A. das was Anm. 14 vom Ursprung der Religion im Menschen als Argument gegen Feuerbach gesagt wird.— 2)ie פ^גפיליסיא genannte Krankheit ist wohl nicht 7r>sup1Tt,£, wie der Herausgeber Anm. 22 vermuthet, sondern eine Corruption von ״Epilepsia". — Die vorliegende Abhandlung Donolo's muß man übrigens als Product einer Zeit — des 10. Jahrhunderts — betrachten, wo zumal in Italien einerseits jener phantasiereiche Schwung, womit die talmudisch-midraschische Hagada manche tief eingreifende Fragen über Gott und Welt zu lösen suchte, längst gewichen war, andrerseits aber die intellectuelle Auffassung solcher Probleme und deren philosophische Crörterung noch ihre Kindheitsperiode zu bestehen hatte. David ben Merwan und Saadias Gaon stehen jedoch hierin viel höher als Donolo, wenn er zwar auch wie Jene Manches aus arabischen Quellen geschöpft haben mochte. Wie schielend und spielend ist sein Mikrokosmos in Vergleich zu Midrasch Kohelet und der Beraita des R. Nathan (vgl. meinen Aufsatz S. 160 d. vor. Jahrg. dieser Monatsschrift)! Welch' 18*

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