Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 6 · p. Seite 229

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6
Article
Ein Erklärungsversuch des achtundsechzigsten Psalms
Date
1855-01-01
Page
Seite 229 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829178-2829185-2853779--02334-2853811
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wissenschaftliche Aufsätze. 229 34. Ihm, der thront in den Himmeln, den Himmeln der Urzeit, sehet, er laßt vernehmen seine Stimme, die mächtige Stimme, 35. Erkennet den Sieg dem Gotte zu, dessen Größe über Israel, dessen Macht in den Wolken (thront). 36. Furchtbar ist Gott in deinem Heiligthume, der Gott Israels, Er gibt Sieg und Stärke seinem Volke; gepriesen sei Gott! — V. 2. Gottes Blick genügt, die Feinde zu zerstreuen. Die ahnliehe Formel ward von Moscheh beim jedesmaligen Aufbruch der Bundeslade gesprochen (Num. 10, 35). Darum ist es aber nicht nothwendig, daß hier eine gleiche Veranlassung vorliege. Vielmehr bezieht sich dieser und der folgende Vers auf den plötzlichen und unerwarteten Untergang des mächtigen Assyrerheeres. V. 3 enthält eine zweifache Vergleichung: Gott haucht so leise, wie es nöthig ist, damit Rauch verweht werde, und seine Feinde verschwinden so rasch vor seinem Hauche, wie Wachs am Feuer schmilzt. Der Sinn der ersten Vergleichung ist bisher nicht prägnant genug hervorgehobcn worden, weshalb es Ewald mit Unrecht für nöthig findet, תנדוף als intransitiv und עשר als fern, anzusehen. Ueber die Formen תנדוף ,הנרוף und המם vgl. d. Gramm., ersteres für הגרף. V. 4. Aber Gerechte freuen sich. שוש scheint hier einen höheren Grad der Freude auszudrücken als שמה, was aber sonst nicht nachweisbar, obgleich die Etymologie einen Anhaltspunkt dafür gewährt. B. 5 enthält eine Aufforderung, die Erhabenheit Gottes $u preisen, die ja OB,. <5, 7) mit so herablassender Milde und Güte gepaart sei. heißt allerdings sonst: bahnen, doch steht immer דרך oder dergl. dabei (Jes. 57, 14; 62, 10 u. s. w.). In der Grundbedeutung ״aufhäufen" kommt es nur Jer. 50, 26 vor, und aus dieser entwickelt sich die hier paffende: verherrlichen, eigentlich einen erhöhten Stand- Punkt bereiten, ähnlich der Bedeutung der Pilpelform Spr. 4, 8. In der Bedeutung bahnen würde es in paffender Weise den in der letzten Strophe beschriebenen Triumpfzug vorbereiten: ״Machet Ihm Bahn, wie einem Herrscher, indem ihr seinen Namen nennet". — ערבות gäbe hier in der gewöhnlichen Bedeutung Wüsten keinen Sinn, und רבב, welchem übrigens die Bedeutung des Bewegtseins, Fahrens erst sekundär ist, wird immer von dem Einnehmen einer höheren Stellung gebraucht, und bedeutet, wo nicht ein Reitthier oder Wagen dabei genannt ist: thronen. Mithin ist die Erklärung der Alten durch Nebel vorzuziehen, welche überdies der Grundbedeutung des Zeitwortes ערב

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.