Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus London
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus London. 221 peare, freilich von vergleichungsweift jünger« Datum, viel Berständniß durch archäologische Untersuchungen bekommen haben; und weit mehr noch verlangen die ältesten Berichte der Welt, die heiligen Schriften, deren manche tausend Jahre älter sind als der älteste Prosanhistoriker, daß sie zu ihrem eigentlichen Verständnisse archäologisch beleuchtet werden. Fast Alles, was auf diesem Wege geschehen ist, ist aus heidnischen und auswärtigen Quellen abgeleitet worden, und cs ist natürlich daß die Gegenden, auf welche die heilige Schrift sich zumeist beziehet, durch eine gehörige Beleuchtung ausgesucht werden müssen. Der Redner erzählt, daß er sich der Hoffnung hingegeben, es werde ein biblisches Kabinet gebildet werden, welches aus Münzen, Trachten, Abdrücken von Inschriften, Photographen — als Illustrationen zu der h. Schrift, aber ohne Verstümmelung oder Entfernung von den Originalgegenstäuden — bestehen würde. Er legte zwei Bände alterthümlicher Untersuchungen zu Lymne, Richborough in Kent vor; sie waren durch eine kleine Privatgesellschaft, die sich für Erforschung römischer Alterthümer in dieser Gegend interessirte, zu Stande gekommen: welch ein Beweis, was bei einem genau überlegten Plan einer Gesellschaft wie der gegenwärtigen, die ernstlich auf ihr großes und wichtiges Ziel losgehek, geleistet werden könne! Was die Särge der hebräischen Patriarchen anbelangt, so hege er Er- Wartungen der wichtigsten Entdeckungen. Er sehe nicht ein, warum sich nicht in dem Sarge Josephs eine Papyrusrolle finden möge, seine Autobiographie (!), mit anderen großen geschichtlichen Documenten (!) enthaltend, welche die Materialien der von Moses geschriebenen Geschichte der Patriarchen bilden. Wer würde gedacht haben, daß man einige der ältesten Werke der griechischen Klassiker in den Gräbern Oberegyptens finden werde? Und wir haben mehrere von diesen gesehen in Lithographien von Papyrusrollen, die von Mr. Harris und Anderen entdeckt und veröffentlicht worden sind. Unter der Leitung geschickter und wahrheitsliebender Reisender in Palästina, wie Robinson und der Rabbiner Schwarz, deren Werke uns vorliegen, können wir muthig unser Werk beginnen. Die Oeffnung eines beliebigen Erdhugels wird vielleicht so befriedigende Resultate bringen, wie es gewöhnlich in unfern Gegenden der Fall ist; in Palästina werden wir vielleicht bald manche bronzene Waffen oder Werkzeuge entdecken, die der Zersetzung, welche derartige aus Eisen verfertigte Gegenstände erleiden, widerstanden haben; und vielleicht manche der sehr alten Ring-Münzen, welche zur Zeit der hebräischen Patriarchen im Gebrauche waren und in Genesis erwähnt werden, gleich jenen die in den Mooren Irlands gewöhnlich gesunden werden. Denn er zweifelt nicht, es werde sich Herausstellen, daß die Krankel, Monatsschrift. IV. 6. 17