Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Notizen.
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 4)
- Language
- German
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Notizen. ISS daher konnte es nicht angenommen werden. Die Münze hatte demnach eine Verschlechterung und zwar durch äußern Einfluß erhalten. Dieses sührt nun auch zu einem andern Resultate: welchen Münzfuß die Seleuciden angenommen. Galt in Syrien, dem Lande ihrer Herrschaft, der alexandriuische Fuß, so würde in Palästina durch Simon den Maccabäer, den Befreier vom syrischen Joche, oder durch einen seiner Nachkommen der attische Fuß eingeführt worden sein. Beides ist nicht denkbar. Simon wird von dem Rechte Münzen zu schlagen wohl nicht den Gebrauch gemacht haben, den Münzgehalt um die Hälfte zu verringern. Und ebenso wenig werden es die auf ihn folgenden Fürsten gewagt haben, da die Herabsetzung einer Münze auf den halben Metallgehalt gewöhnlich eine große Aufregung hervorruft, die bei den in Palästina ohnedieß so häufigen Unruhen schwerlich ein Fürst herausbeschwörcn mochte. Dieses läßt nun schließen, daß die Seleuciden in ihrem Reiche den attischen Münzfuß angenommen; der in der Mischna bezeichnete auf die Hälfte deteriorirte Werth des Sela fand bei dem Uebergange aus Ptolemäischer in seleueidische Herrschaft statt. Frankel. N e k r 0 l 0 g. Das Gemüth hat seinen Schmerz, den es oft allein tragen muß, da Andern die Tiefe und der Umfang dieses Schmerzes unbekannt ist. Wird ec von Vielen getheilt, sind außer uns Mehrere von ihm ergriffen, so liegt ein theitweiser Trost darin, daß wir diesen Schmerz mit dem Bewußtsein er werde ganz gewürdigt werden aussprechen können. Der folgende Nachruf gilt einem Manne, der mehreren Lesern dieser Zeitschrift bekannt ist; der Unterzeichnete will versuchen, den Gefühlen vieler Guten und Achtbaren wenn auch nur schwache Worte zu verleihen. Herr David G. Fischel ist zu Ende des v. I. verschieden, ein Mann, der die Zierde seiner Vaterstadt — Prag — einer der würdigsten Söhne Israels war. Geboren daselbst im I. 1787 und' aus einer Familie abstammend, in der das in früherer Zeit allein adelnde jud. Wissen heimisch war — er zählte zu seinen Vorfahren den in der jüd.-theologischen Welt weit bekannten 9t. Mei'r Fischel — wurde sein Sinn bald mit der innigsten Frömmigkeit und der in seinem väterlichen Hause heimischen aufopserndsten Hingebung an Milderung menschlichen Elends und menschlicher Noth erfüllt*). Sein ihm früh entrissener Vater hatte ihm sehr unbedeutende Mittel Hintertassen; er suchte mit ihnen in unablässigem Streben die Familie *) In dem Testament des gedachten N. M. Fischel findet sich folgende Stelle: ואתם ״ בני תות דו מאור בגמילות חסדים ני מולדת בית אביכם יייאund ihr meine Kinder seid sehr sorgfältig in Ausübung der Wohlthätigkeit, denn, sie ist eine Eingeborne eures väterlichen Hauses". Solchen letzten Witten ließen die alten Frommen in Israel zurück! 12*