Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Notizen.
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 2)
- Language
- German
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Notizen. 157 zweisprachigen Umschriften gelesen, die mit dem hebräischen Namen eines Königs Jonathan den griechischen eines Königs Alexander führen. Bayer aber, sich zu streng an den Text des Buches der Makkabäer haltend oder vielmehr dieser Stelle") einen zu unbedingten historischen Werth beilegend, glaubte die Existenz Jonathan'scher Münzen nicht zugeben zu dürfen und sträubte sich gegen die Annahme, daß der Anfang der jüdischen Numismatik über das Pontifikat Simon's hinausgehe. — Das Mißtrauen gegen hebräische Denkmünzen, die man durchweg für verfälscht erklärte, verschwand rasch, als Bayer's Buch cm's Licht kam. Dank der Sorgfalt, mit welcher die Elemente der numismatischen Wissenschaft behandelt, womit Bild, Schrift, Gepräge und Gewicht der Münzen gewürdigt wurden, machte sie :mausgesetzte Fortschritte. Nach der in das Studium der Münzen eingeführten Kritik kann sich kein Mensch, selbst auf den ersten Blick, über das relative Alter zweier antiken Münzen, die man vergleicht, mehr täuschen. Es ist daher zur Nothwendigkeit geworden, die Reihe der jüdischen Münzen einer völlig neuen Würdigung zu unterwerfen. ״Mein gelehrter Kollege und Freund, Herr CH. Lenorniant, übernahm diese Arbeit, und feine vortreffliche Abhandlung in der Revue numismatique vom Jahre 1845 ist reich an neuen Ansichten über die jüdischen Münzen. Es bekundet sich darin das Talent scharfsinniger und seiner Beobachtung, und sind auch darin den auf die Geschichte der Jerusalcmischen Münzen bezüglichen Thatsachen noch nicht feste und vollkommen bestimmte Epochen angewiesen, so liegt das blos daran, daß Herr Lenormant nicht so, wie ich, vom Zufälle begünstigt worden. Ein glückliches Ungefähr brachte mir nämlich eine unbezweifelt von Juda Makkabäus herrührende Münze in die Hände, di« im Schallte im Thal Josaphat gefunden worden. Durch sie wurde eine noch etwas zweifelhafte Umschrift, mit deren Hülfe Barthelemy Jonathan'sche Münzen bestimmt hatte, mehr als wahrscheinlich. Ueberdies erhielt ich aus Jerusalem mehrere gut erhaltene und sehr leserliche Exemplare Jonathan'scher Münzen, und konnte nun an der Existenz eines Münzschlags vor den Zeiten Simon's nicht mehr zweifeln. Waren diese beiden Absteckpsähie einmal in .das Feld der hebräische» Numismatik fest eingesetzt, so mußte sich dieses merklich erweitern, und es war kein Grund mehr für die Voraussetzung, daß die Münzenkunde in den Epochen *) Die Stelle (1. Buch der Mattab. Kap. IS, V. (!) in dem Briefe von Antiochus, dem Sohne des Demetrius, an Simon lautet: ״Nnd gebe Dir Gewalt, eigene Münze in Deinen: Lande zu schlagen." , D. R. Kr «nie!, Monatsschrift. IV. 4. 12