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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 4 · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden in den Oasengebieten der Saharra von Tuggurt und Suf
Date
1855-01-01
Page
Seite 139 (sequence 8)
Language
German
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139 der Saharra von Tuggurt und Suf. es über und über bedeckt war, eine Kruste gebildet hatte. Das Kind war dem Todeskampfe nahe, und ich sagte daher den Eltern, daß es allen Zeichen nach den Abend nicht erleben würde. Da es aber noch den ganzen Nachmittag lebte, und es sogar scheinbar besser mit ihm ward, so begannen sie zu glauben, daß mein Ausspruch kein Orakel sei. Desto größer war ihr Schmerz, als es auf einmal fast unvermerkt in den Armen seiner Mutter verschied. Diese stürzte schreiend heraus auf den Hof, und sing an sich das Gesicht mit den Nägeln zu zerkratzen; David und seine Frau aber gaben dies nicht zu und führten sie in ihre Stube, wo sie sie nur mit vieler Mühe etwas beruhigen konnten. Der vernünftige Patriarch verbot allen Ernstes die bei den Israeliten wie bei den Moslemin übliche Todtenklage, die nur einen Schwarm überlästiger Neugieriger herbeigezogen hätte, und die Anstalten zur Beerdigung wurden daher in aller Stille getroffen. Es ward ein Stück neuen weißen Baumwollenzeuges herbeigebracht, an welches David an verschiedenen Orten die sogenannten Schausäden (?) befestigte, und dann der Leichnam in dasselbe eingehüllt und auf eine Bahre von Palmzweigen gelegt. Da die Israeliten wie die Mohamedaner ihre Tobten sobald als möglich zur Erde bestatten, es zudem schon spät am Tage war und der Begräbnißplatz über eine Meile nordwestlich von G'mar lag, so setzte sich der kleine Leichenzug unverzüglich in Bewegung. Unterwegs wechselten die Männer fast jeden Augenblick mit dem Tragen der Bahre ab, und wenn einer einige Minuten lang getragen hatte, so schob sich ein Anderer stillschweigend an seine Stelle. Ich selbst nahm einige Male einen der Tragstübe auf meine Schulter, und stieg durch diesen Act der Theilnahme um ein Bedeutendes in der Achtung der Leidtragenden. Die Sonne war im Sinken, als der Trauerzug auf dem Gottesacker, wo große Gypskrystalle die Ruhestätte der früher Dahingegangenen bezeichnen, ankam. Die Leiche wurde niedergesetzt und ein Gebet über dieselbe gesprochen, während dessen zwei Männer ein Grab in dem lockern Sande eröffneten und die Seiten desselben mit Stücken von Palmholz, die man zu diesem Zwecke mitgebracht hatte, befestigten. Nachdem die Leiche hineingelegt war, wurden ähnliche Holzstücke wie ein Dach über dieselbe angebracht, worauf jeder der Anwesenden eine Hand

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