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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 4 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4
Article
Rabbi Meir
Date
1855-01-01
Page
Seite 131 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Rabbi Mcir. 131 Mez. 78 a). Diesen Satz dehnt er auch auf den Empfänger eines Geschenkes aus, der es durchaus in dem Sinne zu verwenden verpflichtet ist, in welchem der Geber es ihm zuge׳ stellt hat. Zeugt demnach ein großer Theil seiner Sätze sowohl als deren praktische Bewahrheitung, seine Handlungen, von einer durch Religion und Sittlichkeit durch und durch bestimmten Sicherheit und Reinheit der Lehensanschauung, so belehrt uns manche von ihm aufbewahrte Aeußerung über seine gewandte und geistreiche Art, Verhältnisse und Personen aufzufassen und zu behandeln. Abgesehen von vielen durch Anwendbarkeit und Präcision gefälligen, im Munde der Spütern lebenden Sprüchen (Sabbat 152. Genesis rab. 43), sind uns Gespräche mit Heiden überliefert, die namentlich dadurch interessiren, daß er ihre oft blos zu eristischen Zwecken aufgegebenen Fragen mit Feinheit in derselben spielenden Weise beantwortet. Ein Beispiel statt vieler. Ein Heide fragte den R. Meir: Ihr behauptet ja, Jakob sei ein redlicher Mann gewesen; warum hat er denn nun, da er Gott den Zehnten von Allem versprochen, nur den Stamm Levi, also 1/12 seiner Söhne, als einen gottgeweihten abge׳ sondert? R. Mei'r erwiderte ruhig: Er hatte sogar 14 Söhne, da er ausdrücklich erklärt, daß er seine Enkel, Ephraim und Menasche, wie Reuben und Schimon ansehen wolle. Nun, meinte der Heide, je mehr Mehl, desto mehr Wasser! Allerdings, erwiderte R. Mei'r, nur ist zu bedenken, daß seine Söhne von 4 Müttern abstammen, 4 von ihnen also bereits durch die Erstgeburt heilig sind, so daß er von den übrigbleibenden 10 ganz richtig 1/10 abgesondert hat. Der Heide war über dieses natürlich nicht ernst gemeinte Jmpromptü so entzückt, daß er die Nation glücklich pries, zu der R. Mei'r gehörte (Genesis rab. 69). Diese Gewandtheit R. Mei'r's, so zu sagen ex temxoes eine schlagende Antwort zu geben, war so allgemein anerkannt, daß die Synhedristen, von einer hochstehenden Person aufgefordert, aus ihrer Mitte einen Mann zu senden, der auf vorgelegte Fragen Rede stehen könne, als den passendsten von ihnen R. Mei'r ausersahen, der auch seiner Mission sich vortrefflich entledigte (Midrasch Kohelet zu C, 1. V. 9). Lange nach seinem Tode lebte die Erinnerung an ihn und an seine ausgezeichneten Eigenschaften, und die Stimme des Volkes ehrte ihn in den überschwänglichsten Ausdrücken. ״Der

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