Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Rabbi Meir
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 14)
- Language
- German
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101 Briefe aus dem Orient. Lehrer Elischa eben vorbeireite, die Vorlesung schloß, um sich zu ihm hinauszubegeben. R. Mei'r, erzählt der Midrasch, ging an der Seite seines mit Nichtachtung des Sabbat zu Pferde sitzenden Lehrers eine Zeitlang her. Die Unterhaltung nahm ihren natürlichen Ausgangspunkt von den Bibelversen, die R. Melr eben dem Publicum erläutert hatte, und Elischa tauschte gegen die Mittheilungen Meir's die ihm von dessen Lehrer Akiba bekannten Erläuterungen derselben Verse aus. Plötzlich brach Elischa die Unterhaltung mit den Worten ab: Kehr' um, Du hast eben die Grenze erreicht, über welche hinaus am Sabbat zu gehen nicht gestattet ist. Vielleicht bewog gerade die Gewissenhaftigkeit, die Elischa durch diese Worte hinsichtlich seiner an den Tag gelegt hatte, SR. Me׳r dazu, die gewiß oft gemachten Versuche, seinen Lehrer an die eigene Umkehr zu mahnen, zu erneuern. (Schluß folgt.) Briefe aus dem Orient. Von Albert Cohn. IV. (vergl. vorigen Jahrgang.) Paris, 5. Februar 1855. Mitten unter den politischen Wirren, welche durch die Kriegsstürme im Morgenlande herbeigesührt werden, fahren die unter Gottes Schutze in diesen Gegenden gelegten Keime fort, sich allmälig zu entwickeln und Segen sowohl als Hülfe zu verbreiten. Das Hauptinstitut in Jerusalem, das provisorische Hospital, hat nach dem unter dem 18. Thebet von Dr. Neuman an mich gerichteten Berichte, bis zu dieser Zeit seit seiner Gründung 237 Kranke verpflegt und bei 17 Tausend Recepte an in der Stadt sich befindliche Leidende verabfolgt. Groß ist der durch diese vorläufige Anstalt geleistete Nutzen; größer noch aber wird unter der Vorsehung Beistand die Wirkung des definitiven Hospitals sein, welches durch Vereinigung der verschiedenen Kräfte zur Ehre Israels in der Mutterstadt des Glaubens errichtet, durch Beiträge von Reich und Arm ein bleibendes Denkmal des religiösen und Wohl« thätigkeitssinnes unsers Jahrhunderts für künftige Zeiten sein wird. Mögen alle wahren Freunde des Judenthums und einer regen, religiösen