Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über die gegenwärtige Stellung der Parteien im Judenthume
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
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88 Rabbi Me7r. Nachschrift. Vorstehender Aufsatz ward Anfangs December v. I. an die Redaction des ״Jeschumn" eingesendet und von dieser nach L Monaten, ohne Angabe weiterer Gründe, zurückgeschickt. Wenn demnach, wie es scheint, von jener Seite die zum Frieden und zur Vermittlung gebotene Hand zurückgewiesen wird — so ist es um so mehr Pflicht bei Zeiten auf die Gefahren hinzuweisen, die aus einem Umsichgreifen der äußersten Partei für die Gesammtheit Israels hervorgehen müssen. Möchte das Wort des Friedens nicht ungehört verhallen und Alle, welche Israels,Glauben nach der Väter Weise zu erhalten streben, zur Versöhnung, zum gemeinsamen Zusammenwirken veranlassen!*) Meyer. Rabbi Melk. Eine biographische Skizze von Dr. M. Joel. Das Geheimniß einer großen Natur liegt in der Vereintgung von scheinbar einander ausschließenden Gegensätzen. Das einseitig Große tritt in die Erscheinung als Virtuosität und erregt weit eher Verwunderung, als jene zugleich demüthigende und zugleich erhebende, darum, sittlich fördernde Empfindung, die wir Bewunderung nennen. Erst wo das nach der gewöhn- *) Eine der Geschichte des Judenthums gewidmete Zeitschrift darf dem Leben nicht fern stehen, daher nicht dessen Bewegungen auf religiösem Gebiete unbeachtet fassen. Der vorstehende Aufsatz sucht diese Bewegungen zu schildern, daher die Aufnahme indiese Blätter, obschon die ausgesprochenen Befürchtungen etwas übertrieben scheinen und manchen an sich unbedeutenden, und weil ohne irgend einen wissenschaftlichen Gehalt spurlos vorübergehenden Erscheinungen zuviel Gewicht beigelegt wird. Hingegen theitt der Unter-- zeichnete ganz mit dem Herrn Vers, den tiefsten Unwillen über jene Verken-- nung des eigentlichen Weges des Glaubens, die, wie im Mecklenburgischen, den Arm der Negierung für das jüdische Gesetz bewaffnet und die staatliche Heirathsbewilligung vom Gebrauche des vorgeschriebenen Frauenbades abhängig macht. Hierdurch wird für den Glauben nicht nur nichts gewonnen, sondern seine Würde wird nach feder Richtung verletzt; die Absichten einer Regierung, die Verbreitung des frommen Sinnes zu fördern, dürfen nicht in solcher Weise mißbraucht werden. D. Ned.