Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gnostische Elemente und die Aeonenlehre im Talmud
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 4)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 69 In der zukünftigen. Welt wird der Ewige den :Fro,innen■;bic ganje Fülle,seiner-;SlflgiU?.- reichen^ denn es!heißt: Gelobt: sei: Gott:täglich:' er ladet uns : aus mit--der ganzen Fülle sseines Heiles: Wie kann aller der :Mensch., die Fülleseiner: Allgüte, .empfangen? :. Darauf erwiedert der'Talmud :mit unserer Agada, dass dex Ewige den Frommen die 310 Olamot-vererben wird. : Die. 310: Olamot oder, was:dasselbe heisst- Aeonen, bilden das Pleroma, טל!א :עוטסו; feie;gMe der Gottheit, die den Frommen erwartet, dessen Seele hervorgegangen aus - dem höchsten. Wesen, von einem Geisterreiche züm andern, von Aeon zu Aeon durch alle 310: Aeonen sich emporschwingt. Die Differenz in den Zahlen 365 und 300: kann nicht sehr ans-- fallen, da-die: Gnostiker nach : den Eingebungen :ihrer Phantasie hierin willkührlich: verfuhren.׳-- Jedenfalls: ist die: Identität der Olamot mit den Aeonen nicht: in Abrede:zu:stellen. — : Möglich:hat: R.Jchoschua von 365 die Sabbate und: Festtage des Jahres:allgerechnet, die Mist, weil-- mancher Festtag .mit. einem Sabbat zufaminenfallt,. 55 :Tage im Jahre: ausmachen-, weil die Seele dann hinieden 'schon-feie jenseitige Seligkeit ט/1^ -(1^2 1!2א genießt und gestützt ans Sprüche 8> 21 ׳die. Zahl 310 heransgebracht: Die Erklärung des Wortes טלא עוטסו Pss 68. 20!,:was Raschi- V21N ט^א Handvoll wiedergibt, iss' etwas: dunkel; aller der Zusammenhang der ganzen Stelle zeigt: deutlich,' dassder. Talmud, :das:Pleroma, die Fülle der göttlichen Manifestationen,: darunter verwanden hat. ׳: : : Auch von dem Aeonensystem des Bardesanes finden fich am Tal--- mud manche Nach klänge. Auch bei ihm-finden-wir die Zahl Sieben mit ihrer Ergänzung Acht. Matter 1. e. I. 188. Bardesanes nahm diese Heptas auch noch außer den Syzygen an; denn: die schöpferischen: Mächte setzten nach Bildung der Welt als Regenten derselben andere niedere Mächte ein, welche in den 7 Planeten und den Zodiakalzeichen thronten u. s. w. Die Sterngeister ermangeln der Macht nichtwedsr in der physischen nochin der moralischen Weltordnung. Glück und Unglück, Uellerfluß und Mangel, überhaupt , die Schicksale des Menscheu-hängen -von ihrem Willen: all. Dabei wagte er nicht, der Vorsehung den Einfluß abzusprechen, den sie über eine Welt ansüben konnte, deren Regierung sie untergeordneten Geistern anvertrant hatte. Ebenso wollte er nicht fatalistisch dem Menschen die moralische Kraft rauben, die er in dem Glauben findet, daß seine Entschließungen frei sind. Er vertheidigt in einer Schrift über das Fatum den freien Willen gegen die Astrologen: allein er gesteht ihnen zu, daß die Erscheinnngen, die Dinge der Sinnenwelt von der fatalistischen Regierung