Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Lehrfreiheit im Judenthume
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 12)
- Language
- German
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376 Die Scl'i'fi'cil'oit im Iudcntbumc. | Ünett Beschüner und i1iol)ltl)ätc1. Die 3trafen, welche R. 'schuda verhängte, gingen über einen ernsten Verweis nickt hinans, eine Opposition gab es zu seinen Zeiten nicht, und von Unzufriedenheit läs!t sich sehr tvenig vernchinen. Nur die jungen Ieuerköpse, die Dohne 3t. Hhijns, tonnten es dem N'as;i ungeachtet seines Wohlwollens und seines Gdelmuthes nid!r vergeben, das! die Geleltrtenrepublik durch ihn i>« ihrer Freiheit beschränkt war, und bei fid) darbieteuder ivelegeitheit. als der ästein ihre Zungen gelöst hatte, äußerten sie sich ganz nnuinwunden! der Messias könne nicht eher erscheine», bis die beiden fürstlichen Häuser Israels, das Patriarchenhaus in Iudea und das Hans des Grilsfürsten in Babylonien, untergegangen wären (Syuhedrin 38ut. — Ueberragte aber!H. Iclmda alle seine Zeitgenossen, so standen seine Nachfolger int Patriarchate den Autoritäten ihrer Zeit weit nach. N. Gamaliel Ui., der 201m und unmittelbare Nachfolger des!1t. Iehuda, wird neben ht. Hhanina oder neben!1i. Iochanan kaum genannt. Das Ansehen deS Patriarchats war daher nach dem Tode Ni Je litt da l. schnell gesunken, ohne das! der Senat dadurch an H'insluß gewonnen hätte, und so gab es auch keine Hiewalt mehr, welche der Lehrfreiheit hätte Schranken setzen können. Dolche Versuche konnten jetzt um so weniger aus Hrfolg rechnen, da Babylonien nunmehr seine 2ei,eilen und seine Veinet׳ hatte, die mit denen Palästinas wetteifern konnten. — Zur Zeit!)!. Je hu da HL erscheint ausnahmsweise der Senat wieder in Thätigkeit. aber seine Maßregeln konnten nur darum auf allgemeine Anerkennung rechnen, weil sie einem all gemein gefühlten Bedürfnisse entgegen kamen tAboda sara 36a). ־ ־ Sowohl die babylonischen als die palästinensischen Gelehrten handelten und lehrten seit dem Ableben N. Iehuda l. ganz uneingeschränkt nach eignem Grmessen. Wenn noch irgend ein lockeres Baud zwischen den Schulen Babyloniens und Palästinas bestagd, so war es das der Pietät, die dem Juden überhaupt gegen das heilige Hand und gegen Alles was demselben augehört eigen ist. Darum wurden oft Nathschläge oder Aussprüche, die von Palästina kamen, in Babylonien mit Ehrerbictnng ausgenommen, so daß das חו מחם^ eine stehende fyorm im babylonischen Talmud geworden (vgl. Synhedrin 17b),