Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Hagadische Elemente bei den Kirchenvätern
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 2)
- Language
- German
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312 Wissenschaftliche Aussä he. Artapan, in den jüdischen Sibyllinen, Wi Pbilo, IosephuS und selbst in einigen nerltestamentlichen Schristerl und Pseudepigrapssten. Nicht ekr al'cv kann von einer geschichtlichen V\i\*ivu 1ו^ der verschiedenen Hagadatbeile die Rede sein, dis ein klarer Ue derb lick über saiumtlicbe bagadische ftlen!ente iw dem jüdisch-griechischen l#itcratu1־Pve«1 geworrneri ist. Durch solche ^%1vaU0tcu würde sich das Resultat Iwransstdleir, dast manche!׳agadisebe Sentenzen, die man auf brn ersten Blick, durch den äußern Sebein der Umgebung oder der Tvadeuten verleitet, für jung zu halten gen echt wäre, unbestreitbar uralt seien. ist ln er iiuVt meine Rufgabe, die in der vortalmudischen Literatur enthaltenen l.'agadischen Elemente zusammenzustellen, da wir die ftrledlgung dieser interessanten Untersuchung vom Herrn Redacteur zu erwarten haben, der die Höfling dieser Aufgabe in seinen ,.Borst ildieu zu der Septltaginta" und in seine»׳ Schuft ״Ueber den ftillfiust der valäsl. t^regese" begonnen bat. Der Zweck gegenwärtiger Rbhandlnng ist vielmehr, die bagadische» Elemente, welche sich in der kirebenvaterlicheil Literatur, mit den in unfern Midraftbwerkeu entl'altenen Parallelen zu vergleichen und der Verzweigung und Verbreitung der Hagada nachzngeben. Die!׳agadischeu Elemente der Kirche,lväter verbalten sieb zu denen der jüdisch-griechischen L-iteratur in der Art. dast bei den (vrfterm die Abhangigteit derselben von talinndischcil Autoritäten unbestreitbar ist, wabrend bei jenen vor der Hand noch zweifelhaft bleibt, auf welcher Seite die Originalität ist. Die Kirchenvater geben nämlich selbst zu versieben, dast sie die ״hebräischen Traditionen", wie sie die Hagada nennen, durch das Medium zeitgenössischer jüdischer ״Lebrer" erhalten haben. Aber selbst da, wo die Caicllc verschwiegen wird, wie bei ftpbram SyruS, laßt sich durch Bergleichung ernlitteln, dast sie den! jüdischen Llreisc angehört. Ich beabsichtige mit dieser Untersuchung nicht blos eine äußerliche Zusammenstellung von hagadischen Parallelen aus Midraschim und Kirchenvätern, sondern will das Resultat vergewiffern, dast man bei Benrtlwilung über Alter oder Ingenbagadiseher Sentenzen sehr vorsichtig zir Werke gehen müsse. Wir werden nämlich sebr oft auf Sentenzen stoßen, die man auf den ersten Blick als snbjective ft׳ in falle einer jüngern Autorität halten möchte, die aber doch bereits bei altern'!Kirchenvätern in ausgeprägter Gestabt Vorkommen. Ich baltc eS daher zur Orientirung für die Leser für nötlüg, stets auf die Chronologie Rücksicht zu nehmen, um das erste Vorkommen einer Sentenz coustatireu zu können. Hagadische Elemente h^ben JnstinuS Märtyr (bl. c. S50), Klemens AlexaudrinuS <200), Origenes (240), am meistert aber