Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Eröffnung des jüdisch-theologischen Seminars
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 16)
- Language
- German
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308 Britft at.uS Berlin. die Negierung, die TestameiitSvollsührcr und die nun geistigen Lollstrecker des großen Lorlwbens. Hiermit war die Feierlichkeit beendigt. F- Briefe aus Berlin. vm. Man muß es Berlin eiuräumen, daß, einen so geringen Antbeil die (Gemeinde anck an der altern Gesckichte hat, sie in der (Gestaltung der Neuzeut nicht nur ein tieseingreisendes Agens gewesen, sondern stets zu der neu einzuschlagenden Richtung den ersten Anstoß gegeben, und, acht großstädtisch, den Ton angegeben bat.. Wie die grammatisch-astbetische Verjüngung des Iudenthums durch Mendelssohn und die flach rationalistische Auftlarerei durch Friedlander von Berlin ans gingen, ebenso bat der Drang nach wissenschaftlichem Anbau des Indentbums und nach positiven. Schöpfungen als Gegengewicht Zu den zerstörerischen Anlaufen, gegen die Bollwerke des Iudeutbumö in Berlin seinen ersten Ausdruck erhalten. wechselt zwar öfter, wie ein Haus von jüngerer Firma, mit den Objekten, kümmert sich wenig um die Chre der (vonsequenz und Ausdauer; es hat sich daher keine Schöpfung der berliner (Gemeinde nachhaltigen Bestand erringen können, aber der Vorzug der Initiative gebührt ihr. In den zwanziger Iabrm dieses Jahrhunderts ist manche Unternehmung in Berlin von der einen und andern Partei ins Leben gerufen worden, die von bedeutsamer Tragweite zu werden versprach. Die Tieferb! ickeuden der Aufktarnngspartei, welche das (5'itle der Bestrebungen einsahen, einen Aufschwung des IudenthmnS durch Choralgesange, Orgel, deutsche Predigt und Gesänge herbeisühren zu wollen, erkannten es, daß die Wissenschaft allein es vermöge, die Schlacken, welche die Zeit dem Iudenthume angcsetzt batte, zu entfernen und daö gegenwärtige Geschlecht, welches in Aeußerlichkeit entweder der Ausklarcrei oder des Zeremoniendienstes versunken war, zu einem Hähern sittlich-religiösen Leben zu erheben. Sie traten daher zu einer gemeinsamen Unternehmung zusammen und bildeten einen ״Verein für Kultur und Wissenschaft des IudenchumS". An der Spitze desselben standen zwei Männer, die später einen klangvollen Namen auf dem Gebiete der Wissenschaft erlangt haben: ein noch jetzt lebender, namhafter, jüdischer