Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Eröffnung des jüdisch-theologischen Seminars
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 15)
- Language
- German
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Die (>rön»»»§ drs jüdisch-tl׳eolo>1istl>e11 Scmimns. 307 Aufleben der Wissenschaft iin Abendland« durch eine unscheinbare weil eingreifende höhere Wallung! Da wurde zur Devise ״erkenne den ('(ott deines 'Paters" (1 ('1)10 ,28 .011־): erkenne ihn, vin^c nach ('־insicht und Erkenntniß, aber voran ,(ehe der Gedanke ״den Gort deines ׳Katers". 'Wie du ihn von deinem Pater vernonnnen, wie ihn dein Geinürh.von frühester Jugend ersaht, der Glaube der deinen 'Patern so kheuer, ihr innerstes (!eben und Sein machte, er sei dir Leuchte und an seiner Hand ״erkenne", aus das! dein Geist mit noch klarerem Licht. dein Gemüth mit noch innigerer Viobc erfüllt werde. — Dieses Erlebnis! ist daher auch ein allgemeines: es gehört nicht einem kleinen .((reise, nicht einer Stadt, einer Provinz, einem Lande an: es ist Eigenthun! des Allgemeinen, soll Besinthuin des ganzen Judenthnms werden, dessen Geist hier gevslegt, in dessen Geist hier gelehrt werde. Darum wollen wir in Demuth des Herzens der Hoffnung!11011111 geben, das; es von hier heisie: ״ich habe dieses Haus geheiligt das du erbauet, um meinen Namen dort auf ewig ruhen zu lassen" (1 Mini. 0, 3). Das Haus ist in seinen Räumen würdig zur Aufnahme der Wissenschaft hergestellt: der Stifter hat die große Idee erfaßt und die Pollstrecker seines Willens haben mit aufopfernder Anstrengung in großartiger Weise ansgeführt. Möge der Name des Ewigen hier für immer ruhen! Zwar kann was Menschenhände erbauet den großen Lauf der Zeiten nicht überdauern; aber nicht das auf einander gereihete Gebälkc und der auf Stein gehäufte Stein bildet das Heiligthum, sondern der durch solchen Bau angeregte und aus ihm hervorgehende Geist. ES bewegt ein Windhauch die Welle und kräuselnd theilt sich der Stoß bis zum fernen Rande mit: und erreicht er auch hier wie alles im Raum Begrenzte sein Ziel, was den Geist bewegt und anrcgl verbreitet sich hinaus in die Welt der Geister und ist unbegrenzt und imvergänglich wie der Geist selbst. In diesem Sinne möge dieses Haus für immer bestehen, hier im Geiste des Ewigen gelehrt werden, den die Zöglinge nun als wahrhafte Sohne und Stützen des Zudenthumö verbreiten und fernen Geschlechtern übergeben sollen." Nach einigen an die Zöglinge gerichteten Worten, in denen sie aus ihren Beruf und wie sie ihm mit Geist und Gemüth Nachkommen mögen aufmerksam gemacht wurden, schloß der Redner mit einem Gebete für daS Bestehen des HauseS, ferner mit dem Segen für den König,