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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 7 · p. Seite 288

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 7
Article
Die gegenwärtige Lage der Juden in Palästina
Date
1854-01-01
Page
Seite 288 (sequence 5)
Language
German
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288 Die gegenwärtige Lage der Juden in Palästina. fdbcn Loose erliegen, wenn nicht schnelle und wirksame Hülfe komm:, können wir einem solchen Zustande gegenüber stumme und theilnahmlose Zuschauer bleiben? tteuucit wir es geschehen lassen daß das Land aus welchem wir stammen und das wir das Haus unseres Lebens, die Wiege unseres Glaubens nennen, daß das Land das der Psalmist desungen, in welchem die Propheten ihre Ermahnungen verkündeten, unsere Helden dem Hobne, den Gefahren, dem Tode getrotzt baben, der Schauplatz des Unglücks und der Verzweiflung werde? Können wir es mit anfebcn, daß die heiligen Stätte!: für die wir alle Tage beten, slch in Stätten des Todes und des Jammers umwandeln? Während alle Nationen uni uns her diesen Ort zum Gegenstände ihrer tiefsten Interessen machen und auf ihn große Summen verwenden, wollten wir vergessen, daß sich an dieses Land unser Nnbm in der Vergangenbeit und unsere Hoffnungen für die Zukunft knüpfen, wollten .Zusehen, daß fromme Pilger, die ibr Vaterland und Alles was ihnen wertst war verlassen baben, u!n ihre letzten Tage im Studium und Gebet im beiligen Lande zu beschließen und dort die baldige letzte Ruhestätte für ihre Gebeine zu finden, den Qualen des Hungers erliegen? Nein, tbenere Brüder! Euer Herz ist stets voll Mitgefühl für die Leiden auch der entferntesten Länder, und wir können nicht glauben, daß Ihr!reuiger Mitleiden süblen und weniger tbun werdet für das Land Eurer Vorsabren. Ibr habt aueb nicht zu fürchten daß dieses Wohlwollen als Gleichgültigkeit für Euer Vaterland werde gedeutet werden, da Euere Vaterlandsliebe nicht bezweifelt werden kann und sich auf anderen Wegen und durch die glänzendsten Zeugnisse bewährt hat. Wir wollen aber auch hiermit einen! Einwurfe begegnen. Mancher könnte wähnen, der unglückliche Zustand der Inden in Palästina entspringe aus der Abhängigkeit von fremden Hülssmitteln und der sichern Zuversicht aus Almosen, daher sie sich auch weder ans Handwerk noch Ackerbau, noch Handel oder sonst ein Geschäft verlegen; und man meint, daß sie steh nicht in diesem elenden Zustande befinden würden, wenn sie gewöhnt wären auf sich selbst zu rechnen und thätig zu sein. Doch, tl-euere Brüder! ehe Ihr so viele Unglückliche anklaget erlaubt mir Euch zu versichern, daß diese Bevölkerung nichts eifriger wünscht M von diesem Joche der Abhängigkeit befreit zu werden, und daß die Rabbiner und Vorsteher der Gemeinden den guten Willen der Jsrae- Uten für die Bebauung des Landes laut bezeugen, wenn man ihr nur mit Sicherheit obliegen könnte. Bis jetzt bestand das Hinderniß nicht nur in dem Mangel an pecnniären Mitteln, sondern noch mehr in der Schutzlosigkeit von Seiten der Regierung. Es ist wegen der Nänbe-

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