Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Notizen. / Wiener, Meir ben David ha-Kohen
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 1)
- Language
- German
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28« Wofijcn. Notizen. Im Märzbefte pag. 1^ I'abcu wir von einem antiauavijcbcii Zünde Naelwiebt lieben, uni eher in mehrere» bffentltdn'n Bältern mitfletbcilt Hun-fren mav und der zu Vermutbnngen über die eilten' l^eschichte der Juden in Mein Veranlassung gab. Iln Karten des erzbischöflichen Palastes zu Mölu Kitte man Heimlich einen jüdischen Leidienftcin gesunden, der die Iabreszabl 157 nachweist, und da es der Kombination überlassen blieb, hier entweder 4000 oder 5000 zu erganzen, so behauptete man, das; nur 4000 supplirt werden könnte, weil, wenn man 5000 hiuznsügte, der Skein ans dem Jahre 5157 der jüdischen d. i. 1307 der üblichen Zeitrechnung berrnbreu würde, wad unmöglich sei, da die Juden bereits im Iabre 1353 aus Mölu vertrieben worden waren, mitbin nicht noch im Iabre 1307 ihre Reichen dort bestatten tonnten. Der Stein müsse demnach ans dem Jahre 4157 d^r jüdischen d. i. 307 der christlieben Zeitrechnung ftannrien und Ware ümu somit ein Alter Von 1457 Jahren z.u vindiziren. Wir tbeilteu damals diese i^'onjectnr nebst mehreren anderen die Inden in >löln betreffenden Daten mit, obwohl alsbald gegen die Richtigkeit jener Bebauptung Zweifel in uns ausstiegen. Denn wäre der Stein wirklieb 1457 Jahre alt, so würde er aus einer Zeit stammen, in welcher der Talmud noch nicht einmal redigirt war; in jener Zeit aber war es bei den Juden zwar schon üblich, einen steinernen Neberbau über dem Grabe, נפש genannt, zu errichten, keineswegeö aber Leichensteine zu setzen, was schon daraus hervorgebt, dast in den Talmudwerken, den Midraschim und den vorhandenen Sammlungen der Geonim selbst da, wo die Trauergebrauche abgehandelt werden, Nichts von Leichensteinen vorkommt. Buch ist dis jetzt noch nirgends ein mit bebt\ Inschrift versehener jüdischer Leichenstein gesunden worden, der erweislich alter wäre als das eilste Jahrhundert, und der älteste noch vorhandene möchte wohl der Von WormS aus dem Jahre 1083 sein svgl. Zuuz zur Geschichte u. Liter. I. p. 302 ff.). Die Angabe aber, welche zur Unterstützung jener Behauptung dienen sollte, daß nämlich die Juden bereits im Jahre 1353 aus Mölu vertrieben worden seien und daß mithin nicht im Jahre 1307 die Beerdigung eines Juden dort habe stattfinden können, vermochte unsere Zweifel schon darum nicht zu beschwichtigen, weil ja bekannt genug ist, wie oft die Juden, nachdem sie von einem Orte vertrieben worden waren, sich schon kurze Zeit nach der Vertreibung die meistens allerdings theuer erkaufte Grlaubniß zur Rückkehr in denselben zu verschaffen wußten, waö in Mlu. wohl um