Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 6)
- Language
- German
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Notizen. 164 nachher so sehr an Umfang gewann, noch nicht auSgebrochen war. Zn dem Streben über religiöse Dinge zu forschen erblickte man vielmehr zugleich den Trieb auch wahrhaft religiös zu sein. Wahrlich ein glückliches Zeitalter, wäre cs nicht durch den überhand genommenen erassen Aberglauben getrübt gewesen! — Dr. B. Beer. (Schlup folgt.) Notizen. Das Eentral-Consistorium der Israeliten von Frankreich hat UNterm 24. Marz d. I. nachstehende Petition für die Israeliten in der Türkei an Se. Maj. den Kaiser Napoleon HI. eingereicht, welche wir wegen ihrer edlen und energischen Haltung nicht unterlassen wollen, den Lesern dieser Monatsschrift in deutscher Uebersetzung mitzutbeilen. B. B. An den Kaiser. Sire! Indem die Negierung Ew. Majestät in den zwischen Rußland und der Türkei ausgebrochenen Kampf einschreitet, hat ste den Vorsatz gefaßt, die Interessen der Christen zu beschützen. Treu den ruhmvollen Ucberlieserungen Frankreichs, ist ihre Absicht im Orient eine Mission der Freiheit und Erhaltung zu erfüllen und die Zukunft der christlichen Bevölkerungen gegen jede Wiederkehr des Fanatismus und der Barbarei sicher zu stellen. Mochten E'w. Majestät uns gestatten Ihre wohlwollende Ausmerksamkeit auf unsere unter türkischer Herrschaft bestndlichen GlanbenSgenossen zu lenken. Ihr Geschick verdient in hohem Grade die Sorgfalt einer Regierung, welche, inmitten aller Unordnungen und Zerwürfnisse, die Gesellschaft nach den im Jahre 1789 als unverletzlichen Dekalog des französischen Vaterlandes proklamirtm Grundsätzen der Gleichheit und Gerechtigkeit wieder befestigt und consolidirt hat. Als die unsterblichen Legionen Napoleon I. ihre siegreichen Fahnen durch die Welt führten, brachten sie mit ihnen zugleich Befreiung und Cmancipation den Unterdrückten. Die feudalistische Tyrannei und die Gesetze der Intoleranz, die aus den Israeliten jenseits unsrer Grenzen lasteten, verschwanden wie durch Zauberschlag bei Annäherung unsrer Armeen, und der bürgerliche wie religiöse Druck, dieser Schandfleck der Menschheit, zerfloß bei der Berührung mit unsren Ideen.