Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Geist der palästinischen und babylonischen Halacha
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 1)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Ausfttze. 149 Wissenschaftliche Aufsätze. Geist der palästinischen und babylonischen Halacha. Mechilta*). Die ursprüngliche Meä>ilta war, wie sich früher (vor. Iahrg. S. 301) ergab, halachisch und erstreckte sich "der den Leserlichen Theil des Exodus, nämlieb über 12, 1 — 13, 10. 20, 1 — 23, 10!vielleicht auch über Zt. US vergl. weiter), 31, 12-17. 35, 1 — 3. Da jedoch dieser Schriftcomplex manches der Hagada anbennfallende - Monumcnt umfaßt (wie (5xod. 22, 23. 20 11. *0, da ferner selbst mancher gesetzlichen Stelle die hagadifche Deutung sehr nahe liegt (so Exod. 12, 0. 11. 12 u. a.), so musste die Exegese, sollte stc nicht dort in der Mitte abbrechcn und lückenbaft, hier von dem sich so nabe Darbietenden absehen und unvollständig bleiben, auch diese Stellen in ihren Bereich ziehen. ES enthalt daher der balachische Tbeil auch manche hagadische Exegese. — Ehe wir jedoch ans diese näher cingehen, wollen wir noch einen Blick aus die Mechilta überhaupt werfen und uns vor Allem über den Begriff Exegese, wie er sich in diesem Werke, Sisri und Sifra (und auch in den späteren hagadischen Schriften) darstellt, orieniiren. Diese eregetischm Werke sind nur eine fortlaufende Einreihung von Erklärungen, Meinungen, Deutungen früherer Lebror zu den betrefsenden Versen; sie bilden nichteine von einem Autor ausgehende Exegese mit Beibringung Meinungen Anderer, sondern sind nur Sammlungen: der Sammler oder Nedaeteur beschränkte sich ans das Zusammentragen, ohne von dem Seinigen hinzuzuthnn (vgl. jedoch weiter): seine Absicht war allein aus Herstellung einer fortlaufenden Exegese gerichtet. Aber das Erfassen wie die Ausführung dieser Absicht bekundet einen ordnenden, tief eingehenden Geist. Geht man aus die Forschungsweise der tana'1tischen (und auch der amoralischen) Lehrer ein, so gewahrt man, daß sie sich nirgends eine durchgehende Exegese zur Aufgabe machten. In Alexandrien, wo auf selbstständige Auffassung verzichtet wurde und mau nur ein Ziel, fremde Systeme auf die Schrift zu pfropfen, verfolgte, wendete man sich zeitig zur Exegese, um, ging auch dabei das Eigcntliche der Schrift wie das Einzelne des Gesetzes verloren, den fremden Gedanken in den Worten des Textes wiederzufinden. Anders in Palästina. Hier wurde kein System von außen mitgebracht und nicht ') Bergt, vor. Jahrg. S. 388 ff.