Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 15)
- Language
- German
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144 Bilder a»S dem Leben und Wirken der Rabbinen, Strafen aus'׳). — Nachdcnr nun Hadrian zwei Jahre vergebens mit Vertust vieler Truppen und guter Feldherren den Aufstand zu überwältigen versucht harte, lies; er den grüßten Feldherr» seiner Zeit, Severns, ans Britannien holen. In der Zeit, die bis zu seiner Ankunft in Palästina verstrich, befestigten sich die Juden immer mehr, so daß der kluge Severus eure entscheidende Schlacht zu wagen nicht gerathen fand. Er suchte sie vielmehr durch einzelne Scharmüpel zu ermüden, ihnen Lebensmittel abzuschneiden, nahm einzeln die umliegenden Orte, bis sich endlich die ganze Hceresmacht des Ben Kosiba in di« Festung Bethar cinschließen mußtech. Die jüdischen Quellen berichten von großem Blutvergießen bei der Eillnahme von Kabul, Magdala und der Ebene Rimmon. Eingcschlossen in der Festung unter Mangel an Trinkwasser und Brod. kämpfte noch BarKosiba mit seinen Schaaren den legten Kampf der Berzweisiung für feilt Volk und seinen Glauben gegen die immer mit frischen Truppen stürmenden Römer, denen er viele empfindliche Niederlagen beibrachte. Der fromme R. Elieser aus Modin lag aus dem Boden fastend und betend für das Wohl der Festung, und begeisterte dadurch die Mannschaft zur Ausdauer, bis er durch einen schlauen samaritanischen lieberlaufet bei Ben Ko film verdächtigt, von diesem mit einem Fußtritte getüdtet wurde. Hierauf, fährt die Erzählung fort, habe sich eine Stimme vernehmen lassen: ״Du hast den Arm Jsraels gelähmt und sein Auge geblendet, darum soll Dein Arm gelähmt und Dein Auge geblendet werden!" Bald darauf siel Bethar und Ben-Kosiba verlor sein Leben im Kampfe. Jedenfalls scheint nach dieser Erzählung Bethar durch Berrath gefallen zu sein. Schaudererregend ist die Schilderung dieses Krieges, in welchem, die Opfer des Hungers, der Noth und der Kriegs-Strapazen ungerechnet, über eine halbe Million gefallen sein sollen. Aber auch das römische Heer hatte schreckliche Verlüste erlitten und nicht konnte Hadrian an den Senat die übliche Formel ״equkleui t׳t exercilus valeunis“ (Ich und das Heer befinden uns wohl) schreiben*). Der Fall dieser Festung nach 2) Gräh 0. 165 nach Znstin. Apologie 1. 31. Neberbaupt hat Orä'tz gerade in diesem Capitel sehr interessante Aufschlüsse, besonders auch über den Kriegsschauplatz und die Festungswerke. 3) Dio Cass. 69. U. 4) Dio Cass. 69. 14.