Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das jüdisch-theologische Seminar
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 5)
- Language
- German
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Das iiidlsch-theologische Seminar. 129 dringen nnd in sich auszunehmen gewußt. Der Jünger der jüdischen Theologie muß daher befähigt werden, die jüdische und die allgemeine Wissenschaft in ihrer Zusammengehörigkeit zu erfassen und sich von der bei einseitiger Bildung zu beängstigenden nnd verwirrenden Zweifeln führenden Meinung eines unversöhnlichen Widerstreits der einen gegen die andere zu befreien. Hiernach sind als Lehrgegenständc des Seminars folgende zu verzeichnen: Heilige Sclirist und deren Exegese, mit Einschluß der Targumim; hebräische und aramäische Spracht; Geo׳ graphie von Palästina. Historische nnd methodologische Einleitung in Mischna und Talmud; babylonischer und palästinensischer Talmud. Klassische Sprachen und Realien. Geschichte der Juden verbunden mit Geschichte der jüdischcn Littcratur. Midraschim. Religionsphilasophie und Ethik nach jüdischen Quellen. Rituelle (talmudische) Praxis. Geist des mosaisch-talmudischen Kriminal- und Civilrechts nüt besonderer Hervorhebung des mosaischtalmudischen EherechtS. Pädagogik und Katechetik. Homiletik. In dieses Verzeichnis; sind die Universitätsstudien nicht aufgenomincn. weil die Znrücklegung derselben an der Universität auch für den Seminaristen am angemessensten erscheint. Verlangt die Rücksicht auf die herbeiznsühreudc innere Perbindung der jüdischen mit der allgemeinen Wissenschaft, sowie das Maß der Zeit, welche das jüdisch-theologische Studium erfordert, daß der Gymnasialuntcrricht am Seminar selbst ertheilt werde: so ist dagegen der für die Universität reifgewordene Zögling durch den vorangegangencn Semiuaruntcrricht bereits mit einer solchen Kenntnis; der jüdischen Theologie ausgerüstet, daß sein gleichzeitiger Besuch gesonderter Anstalten kein Bedenken erregen kann und: der Vortheil benutzt werden darf, welchen die Universität in ihren gegen Einseitigkeit gerichteten Einflüssen darbietet. — Auch während der Universi-