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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 3 · p. Seite 114

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1854-01-01
Page
Seite 114 (sequence 1)
Language
German
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114 Neccnsionen unb Anzeigen. Midrasch der zehn Märtyrer, übersetzt von pliil. Paul Mbbiuö, Nachmittagoprediger zu Sr. Pauli mtd Adj. I. zu St. Thoma. Leipzig, Druck von (5. P. Melzer. 1854. Den: Sllperinteudcutcn Herrn \h\ Gropmann zur Jubelfeier seiner 25jährigen kirchlichen Amtsthätigkeit zu Leipzig am 1. Januar 1854׳ gewidmet von den Nachmittagöpredigern zu St. Pauli. — 24 S. (jedoch ohne Angabe der Seitenzahlen) nebst einer Vorbemerkung, in 80. — (*£< ist gewiß eine eigentlnimliche Erscheinung, daß christliche Geistlicke die deiltscke Ueberselzung eines jüdischen Midrasch, dessen Inhalt blos darin bestcbt, das Märtyrerthum für das Bekenntnis des einigeinzigen Gottes zu glorineiren, als Festschrift wählen, um svlcke ihrem Amtsvorgesepten an seinem Jubeltage zu widmen. Walwlick ein Zeichen des unbefangen wissensckaftlicken Sinnes sowohl der Dedieatoren als deö Mannes, dem die Schrift zugeeignet wird; aber auch ein Beweis, welche Anziehungskraft die tu unseren Midrasckim verarbeiteten Sagen und Mytbcn für poetische l^emüther überhaupt bieten. — In vorliegender Sckrtst ist das Original des i!n vorigen Jahre von A. Jellinek zun! erstenmale edirten, und sodann mit einigen Textverbesserungen .im zweiten Tbcile seines ״Bet hamidrasch" nochmals abgedrucktcn kleinen Midrasch ״Gleh EStera oder von den zehn Martnrern" (vgl. meine Anzeige darüber im v. Jahrg. d. Monatssckr. L. 153), mit seltner Worttrene und Genauigkeit in C>82 meist fünfsüßigen wohlgebauten Jamben wiedergegeben. Diese Uebersetzuugsform war um so mühevoller in gelungener Weise herzustellen, als jener Midrasch im erzählenden Style des späteren hebräischen Idioms, nur bisweilen zur poetischen Prosa binneigend, abgcfaßt ist, daher auch in eine andre Sprache übertragen mehr für die prosaische Darstellung in Legenden- oder NoveUenform slch eignet. Herr Ih\ Möbius ließ sieb jedoch durch solche Bedenken nickt abhalten und die Uebersetzung liest sich in der That mit vieler Geläufigkeit. — Um darzuthun, das! die interessante Schrift mit Aufmerksamkeit von mir dnrchgegangen worden sei, erlaube ick mir nur folgende kleine Bemerkungen über Einzelnes. S. 4. des Gedichts nennt der Hr. Uebersetzer den Vater des Märtyrers N. Jsmael ebenfalls wie in dem offenbar fehlerhaften Original (vgl. meine obenerwähnte Anzeige) ״Rabbi Jose." — S. 7. Zeile 1 dürfte ״Aussatz" anstatt ״Verderben" dem Originale näher gekommen sein. - - O. 8 wird N. Jsebab ״der Schristgelehrte" titnlirt, allein das הסופר des Originals ist hier nicht im alten Sinne der סופרים zu nehmen, denn Schriftgelehrte waren alle zehn Märtyrer. N. Jsebab wurde be-

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